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Elmshorner Nachrichten

20. Oktober 2017 | 02:36 Uhr

SPD fordert Auto-Strom aus Straßenlaternen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Die Stadtwerke haben sich die Förderung der Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben. Mit Hilfe eines Förderprogramms des Bundesverkehrsministeriums will Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht zusätzlich zu den aktuell sieben Ladepunkten in Elmshorn auch in den Gemeinden des Amtes Elmshorn-Land das Netz an Ladestationen ausbauen (wir berichteten).

Die SPD-Fraktion macht dazu jetzt einen konkreten Vorschlag. Thorsten Mann-Raudies, energiepolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, möchte Straßenlaternen zu E-Tankstellen umbauen. Der SPD-Mann verweist auf ein Pilotprojekt der Stadtwerke Leipzig in Kooperation mit der dortigen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK): „Mit Hilfe eines Adapters können die Laternenmasten relativ kostengünstig umgebaut werden“, erklärt Mann-Raudies. „Der große Vorteil: Solche Strommasten benötigen viel weniger Platz, als die klassischen Ladestationen. Man könnte auf diese Weise überall in der Innenstadt E-Autos und E-Bikes aufladen. Und die Laternen gehören ohnehin schon den Stadtwerken.“

Derzeit sei das Angebot an Ladestationen in Elmshorn noch dürftig. Mann-Raudies ist davon überzeugt, dass die Stadtwerke mit solchen Stromtankstellen auf öffentlichen Parkplätzen und mitten in der Stadt „enorme Anreize zur Nutzung von alternativ erzeugtem Strom schaffen könnten“. Schließlich gebe es immer wieder Strom aus Solar und Windkraft, der wegen mangelnder Speichermöglichkeiten nicht genutzt werden könnte. „Die Windenergieanlagen stehen dann still, der von Photovoltaikanlagen erzeugte Strom gelangt nicht ins Netz der Stadtwerke“, erklärt Mann-Raudies. „Es wäre doch ein tolles Signal, wenn der zu viel produzierte Strom direkt Autos und Fahrräder aufladen könnte.“

Die SPD will im Stadtwerkeausschuss einen Antrag zur Kalkulation und Verwirklichung der Idee stellen. „Und wenn sich dann der Elmshorner Klimaschutzfonds ebenfalls des Themas annehmen würde, wäre das schon die halbe Miete“, sagt Mann-Raudies. „Mit einem solchen Angebot wäre Elmshorn in unserem Bundesland anderen Kommunen meilenweit voraus.“

Sören Schuhknecht hat von dem Vorschlag der SPD noch nichts gehört. „Ich bin aber gerne bereit, im Stadtwerkeausschuss über das Thema zu diskutieren“, sagt er. Seiner Ansicht nach gibt es im Stadtgebiet derzeit allerdings keinen Bedarf für zusätzliche Ladestationen. „Das kann sich natürlich zukünftig ändern“, sagt Schuhknecht. „Aber ob Straßenlaternen die Lösung sein werden, kann ich noch nicht abschätzen.“

Über dieses Thema sei schon einmal am Rande des Stadtwerkeausschusses diskutiert worden. Das entscheidende Problem für Schuhknecht: Derzeit werden die Straßenlaternen nur nachts mit Strom versorgt. Würde man den ganzen Tag über Strom durch die Lampen schicken, würden sie auch den ganzen Tag über leuchten. „Das macht natürlich wenig Sinn“, sagt Schuhknecht. Die Umrüstung der Lampen würde sich also nicht nur auf den Einbau eines Adapters beschränken.

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