Sparkasse: Ex-Chef droht Haft

Thomas Salzmann gestern vor Gericht geständig / Die Vorwürfe: Untreue und Bestechlichkeit

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08. März 2014, 16:00 Uhr

Seit gestern muss sich Thomas Salzmann (45), ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elmshorn, vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Lübeck verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßige Untreue in 24 Fällen und Bestechlichkeit in ebenfalls 24 Fällen sowie Verletzung der Dienstpflicht vor. Insgesamt rund 300 000 Euro soll er zwischen 2007 und 2011 ergaunert haben. Der Banker wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit zu einer Haftstrafe verurteilt, die aber wohl zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss er mit einer sechsstelligen Geldstrafe rechnen.

Ebenfalls angeklagt ist Rolf H., der mit Salzmann gemeinsame Sache gemacht hat. Auch H. wird wahrscheinlich zu einer Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird, sowie einer Geldstrafe. Ihm werden Beihilfe zur Untreue und Bestechung vorgeworfen. Salzmann und H. gaben die Verfehlungen zu. Beide sagten zudem aus, sie würden ihre Taten bereuen.

Die Masche der beiden: H. besorgte der Sparkasse Kredite, kassierte dafür Provisionen und gab Salzmann von der Summe jeweils bis zu 50 Prozent ab. Als Vorstand einer Sparkasse, einer Anstalt des öffentlichen Rechts, hätte Salzmann diese Zahlungen nicht annehmen dürfen. Zudem bezweifelt die Staatsanwaltschaft, ob alle Provisionszahlungen gerechtfertigt waren.

Die Zahlungen von H. an Salzmann wurden mit fingierten Rechnungen verschleiert. Daran beteiligt war nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft auch die inzwischen verstorbene Frau Salzmanns. Seite 3

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