Kreis Pinneberg : Sozialarbeiter an Schulen streiken

Etliche Schulsozialarbeiter aus dem Kreis Pinneberg haben sich dem streikenden Kitapersonal angeschlossen.
Etliche Schulsozialarbeiter aus dem Kreis Pinneberg haben sich dem streikenden Kitapersonal angeschlossen.

Inzwischen schließen sich auch immer mehr Schulsozialarbeiter dem Ausstand der Erzieher an. 25 von ihnen waren gestern ins Streik-Cafe nach Elmshorn gekommen. Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 90 Schulsozialarbeiter.

shz.de von
27. Mai 2015, 12:00 Uhr

Seit mehr als drei Wochen streiken landesweit Angestellte in sozialen Berufen, darunter Erzieherinnen, Betreuer in Behinderteneinrichtungen und Mitarbeiter von Behörden. Nun beteiligen sich auch zunehmend Schulsozialarbeiter aus dem Kreis Pinneberg an dem Arbeitskampf. Etwa 25 von ihnen waren gestern in das Elmshorner Streik-Cafe gekommen.

„Es ist immer die Rede vom Kita-Streik. Dass auch wir Schulsozialarbeiter von dem Tarifvertrag, um den es geht, betroffen sind, geht schnell unter“, sagt Vicky Lodemann, Sozialpädagogin an der Hermann-Löns-Schule in Ellerbek. Laut Kreisverwaltung gibt es im Kreisgebiet etwa 90 Schulsozialarbeiter, die sich auf 80 Einrichtungen verteilen. Der überwiegende Teil arbeite in Teilzeit. Zusammengerechnet ergäben die Stellen etwa 48 Vollzeitpositionen. Laut Verwaltung gibt es an allen Grund- und Gemeinschaftsschulen Schulsozialarbeiter. Beschäftigte aus Pinneberg, Quickborn, Halstenbek und Ellerbek haben nun die Arbeit niedergelegt. Sie sind bei den Kommunen oder freien Trägern angestellt. „Ich gehe davon aus, dass weitere Kollegen dazukommen“, sagt Lodemann. Ihre Kollegin Regine Fiedler, Schulsozialarbeiterin an der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg-Thesdorf und der Grundschule Pinneberg-Waldenau, sagt: „Vielen Schulsozialarbeitern wird erst jetzt klar: Auch wir sind betroffen.“

Die Streikenden fordern – wie die Erzieherinnen in Kitas auch – eine Höherstufung in den Lohngruppen des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst - Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE). Das entspräche einer Lohnsteigerung um etwa zehn Prozent. „Der Tarifvertrag wird der verantwortungsvollen Position vieler Schulsozialarbeiter nicht gerecht“, sagt Lodemann und bezieht sich dabei etwa auf die Einschätzung der Kindeswohlgefährdung und die damit verbundene Garantenstellung der Schulsozialarbeiter.

Lodemann und Fiedler sind sich sicher, Eltern und Lehrer hinter sich zu haben. Die Comenius-Schule etwa hat ihre Solidarität im Internet bekundet. Auf der Homepage heißt es: „Die Lehrer und Lehrerinnen der JCS unterstützen die Forderungen der Beschäftigten im Sozial- Erziehungsdienst nach einer Aufwertung der sozialpädagogischen Berufe durch eine gerechtere Bezahlung und eine bessere Eingruppierung nachdrücklich.“ An der Schule gibt es deswegen derzeit weder Beratungsgespräche noch Gruppenarbeit.

Zu dem Streik aufgerufen haben die Gewerkschaften Verdi sowie Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ralf Schmittay, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Pineberg-Steinburg, sagt: „Die Schulsozialarbeiter kommen in der öffentlichen Diskussion oft zu kurz. Sie leisten aber, wie die Kollegen in Behinderteneinrichtungen auch, eine gesellschaftlich wichtige Arbeit, die nicht angemessen honoriert wird.“

Morgen treffen sich Streikende aus ganz Norddeutschland zu einer Großkundgebung in Hamburg. Start ist um 11 Uhr am Fischmarkt auf St. Pauli. Am Dienstag, 2. Juni, soll es ab 10 Uhr eine Demo vor der Kirche St. Nikolai in Elmshorn geben.

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