Zweite Auflage : Sommerauktion des Holsteiner Verbands: Pferde für 266.000 Euro versteigert

Der Wallach Connory brachte seinem Besitzer aus Dägeling bei der Versteigerung 12 000 Euro.
Der Wallach Connory brachte seinem Besitzer aus Dägeling bei der Versteigerung 12 000 Euro.

Vier Tiere wurden in die USA verkauft. Ein Pferd nach Saudi-Arabien.

shz.de von
23. Juli 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | „Ich liege immer auf der Lauer und gucke.“ Vor Heinz Heckmann auf dem Stehtisch liegt der Auktionskatalog, die Lese-Halbbrille ist tief auf die Nase gerutscht, damit sie den Blick in die Halle nicht stört. Dort wird ein schönes Pferd nach dem anderen im Rund geritten, allesamt Holsteiner, fünf bis sechs Jahre alt und halb ausgebildet, einige haben schon an einfacheren Springturnieren teilgenommen.

Heinz Heckmann war aus Niedersachsen gekommen, um Pferde zu kaufen.
Jann Roolfs
Heinz Heckmann war aus Niedersachsen gekommen, um Pferde zu kaufen.

„Man muss das Gefühl haben“, erklärt Heckmann: „Ich sehe viel.“ Sein Urteil über die zweite Sommerauktion des Holsteiner Verbands in Elmshorn: „Da sind ordentliche Pferde dabei“. Die Stute Lantina hat der Niedersachse schon für 9000 Euro ersteigert, jetzt kommt noch Calla für 8500 dazu.

Tiere für den Ausbildungsstall

Heckmann wird die beiden Pferde nicht für sich behalten. Er betreibt in Isterberg einen Ausbildungsstall, dort werden 50 Pferde von professionellen Bereitern fit gemacht für den Sport. „Komfortable, gerittene Pferde“ sollen das dann sein, die Heckmann weiter verkauft: „Meine Kunden wollen alle einen Vollautomaten haben“. Damit meint der Händler ein Pferd, auf das sich sein Kunde raufsetzen und losreiten kann, ohne sich noch mit der Ausbildung beschäftigen zu müssen.

Auktionator Günther Friemel versteigerte am Sonnabend bei der Sommerauktion in Elmshorn 21 Holsteiner für insgesamt 266  000 Euro.
Jann Roolfs
Auktionator Günther Friemel versteigerte am Sonnabend bei der Sommerauktion in Elmshorn 21 Holsteiner für insgesamt 266 000 Euro.

21 junge Pferde stehen am Samstag zum Verkauf. Die Sommerauktion veranstaltet der Holsteiner Verband zum zweiten Mal. Als Kunden haben die Züchter dabei zwei Gruppen im Visier, erklärt Inken Gräfin von Platen-Hollermund, Koordinatorin der Jung- und Neuzüchter beim Verband: „Die Auktion ist prädestiniert für Zwischenhändler, manche kaufen mehrere Pferde.“ Dazu kommen die Amateure: „Reiter, die nicht zur Elite-Auktion im Herbst gehen“. Vor der Auktion stehen die Pferde eine Woche lang zum Angucken und Probereiten in Elmshorn bereit.

Das teuerste Pferd kostet 27.000 Euro

Das Startgebot liegt durchweg bei 8000 Euro. Den besten Preis erzielt Clarcona, die für 27.000 Euro in die Schweiz verkauft wird. Bei 20.000 Euro erklingt Musik, die kommt am Samstag nur noch ein weiteres Mal zum Einsatz, als Clarco für 21.000 Euro den Besitzer wechselt.

Der Durchschnittspreis liegt am Ende bei rund 12.700 Euro, insgesamt werden Pferde für 266.000 Euro versteigert; „normal“ ist dieses Niveau für von Platen-Hollermund. Vier Pferde gingen in die USA, eins nach Saudi-Arabien.

Für Händler Heinz Heckmann ist die Auktion eine praktische Verkaufsbörse: „Das ist einfacher, als bei den Züchtern im Land zu kaufen, die verlangen manchmal utopische Preise.“

Und wenn die Gebote zu hoch klettern, führt manchmal noch ein Umweg zum gewünschten Pferd, verrät Heinz Heckmann: Oft steigern die Züchter bei ihren eigenen Pferden mit, um auf diese Weise den Preis in die Höhe zu treiben.

Da passiert es schon mal, dass sie sich verschätzen und ihr eigenes Pferd ersteigern; dann sind sie oft zugänglich für den Vorschlag, nach der Versteigerung ihr Pferd zu einem günstigeren Preis abzugeben. Und Heckmann spart die 25 Prozent Nebenkosten der Versteigerung.

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