Elmshorn : Soforthilfe für Brandopfer gestartet

Am Ort der Tragödie übergeben die Spender ihre 20  000 Euro Soforthilfe. Lions-Präsident Holger Malzahn (vlnr.), Birgit Stark (Lions Audita), Bürgermeister Volker Hatje und Matthias Stock (Geschäftsführer Deutsche Annington).
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Am Ort der Tragödie übergeben die Spender ihre 20 000 Euro Soforthilfe. Lions-Präsident Holger Malzahn (vlnr.), Birgit Stark (Lions Audita), Bürgermeister Volker Hatje und Matthias Stock (Geschäftsführer Deutsche Annington).

Nach Großbrand in Elmshorn: 20.000 Euro Bargeld für Betroffene und unbürokratische Hilfe von den Ämtern. Außerdem wurde ein Spendenkonto eingerichtet

shz.de von
27. Juni 2014, 10:32 Uhr

Elmshorn | Nach dem Großbrand im Elmshorner Musikerviertel am vergangenen Wochenende fließt die finanzielle Unterstützung für die Betroffenen. Das Immobilienunternehmen Deutsche Annington sowie die Klubs „Lions“ und „Lions Audita“ haben zusammen 20 000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Seit gestern Mittag können sich die Opfer des Brandes Bargeld im Rathaus der Stadt abholen.

Jeder Mieter, jung oder alt, erhält ein sogenanntes Kopfgeld aus diesem ersten Spendentopf. „Wir möchten den Menschen schnell und unbürokratisch helfen“, erklärte gestern Morgen Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Alle 169 Betroffenen erhalten im Rahmen der Soforthilfe 110 Euro, wie die Stadt Elmshorn mitteilt. „Das hört sich vielleicht nicht nach viel an, aber damit können sich die Menschen zunächst mit dem Nötigsten ausstatten“, sagt Hatje.

Matthias Stock, Geschäftsführer des Vermieters Deutsche Annington: „Wichtig ist, dass die Familien schnell in den Alltag zurückfinden – dazu sind finanzielle Hilfen notwendig, die kurzfristig bereitgestellt werden müssen.“ Auch die Lions-Klubs aus Elmshorn sehen sich verpflichtet: „Wir helfen gern, denn das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben“, sagen Holger Malzahn (Lions) und Birgit Stark (Audita).

Ganz wichtig für Familien, die Hartz-IV-Empfänger sind: Das zur Verfügung gestellte Geld wird nicht auf ihre Unterstützung angerechnet. „Es wird nicht als Einkommen behandelt“, so der Bürgermeister. Darauf haben sich Stadt und Job-Center verständigt. Die ersten obdachlos gewordenen Menschen nahmen gestern ihre Soforthilfe entgegen. Abgezählt und in einem Umschlag wurde bar ausgezahlt. Wer darüber hinaus helfen will, für den hat die Stadt gestern ein offizielles Spendenkonto eingerichtet.

Großes Thema weiterhin: Die Wohnungssituation. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Mietern Ersatzwohnraum im vertrauten Umfeld ausfindig zu machen“, erklärt Annington-Chef Stock. Das klappe nicht so ohne Weiteres. Das Angebot sei zu gering. Allerdings: Erfolgsmomente gab es bereits. Für einen Teil der betroffenen Familien konnten in den vergangenen Tagen neue Wohnungen gefunden werden. Einige sind noch bei Freunden, Verwandten und in Hotels untergebracht.

Unterdessen durften die Mieter gestern erstmals in ihre Wohnungen. Da der normale Hauseingang noch gesperrt ist, bahnten sie sich nur mühsam den Weg durch die schmalen und feuchten Keller hinauf in ihre Etagen. Wer nicht gleich in Tränen ausbrach, den ereilte der Schmerz beim Verlassen der Räume. Denn nur wenige Wertsachen und Habseligkeiten passten in die Tüten und Taschen, die sie im Schnelldurchgang packen konnten.

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