Landwirte gegen Tierschützer : Sönke Hauschild vom Landesbauernverband über die Kritik an Landwirten

Maren Kruse, Vorsitzende des LandFrauenVereins Elmshorn und Umgebung, und Sönke Hauschild, Referent des Landesbauernverbandes, freuten sich über die vielen Besucher der Veranstaltung.
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Maren Kruse, Vorsitzende des LandFrauenVereins Elmshorn und Umgebung, und Sönke Hauschild, Referent des Landesbauernverbandes, freuten sich über die vielen Besucher der Veranstaltung.

In seiner Präsentation befasst sich Hauschild mit der teils heftigen Kritik, der sich die Landwirtschaft seit Jahren ausgesetzt sieht – und entwickelte Strategien, wie ihr zu begegnen sei.

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28. März 2017, 16:15 Uhr

Elmshorn | Insgesamt 55 Gäste konnte die Vorsitzende des LandFrauenVereins Elmshorn und Umgebung, Maren Kruse, auf der jüngsten Veranstaltung in der Gaststätte „Sibirien“ begrüßen. Sie waren gespannt auf den Vortrag von Sönke Hauschild, Referent des Landesbauernverbandes Schleswig-Holstein, der sich mit dem Thema „Den Bauern des Vertrauens – gibt es ihn noch?“ auseinandersetzte.

In seiner Powerpoint-Präsentation befasste sich Hauschild mit der teils heftigen Kritik, der sich die Landwirtschaft seit Jahren ausgesetzt sieht – und entwickelte Strategien, wie ihr zu begegnen sei. „Der Mensch ist nicht nur Verbraucher, sondern auch Bürger. Und während er als Verbraucher bei Aldi einkauft, engagiert er sich als Bürger bei Greenpeace“, beobachtet der Referent. Viele Organisationen, die sich in der Landwirtschaft abarbeiteten, hätten wenig Interesse an sachlicher Information.

Schreckliche Bilder beispielsweise von einer unsachgemäßen „Massentierhaltung“ in angeblichen Tatsachenberichten beeinflussen laut Hauschild viele Menschen negativ. Viele Berichte würden von den Massenmedien aufgebauscht, um Interessen bestimmter Lobbyisten aufzunehmen und eigene Verkaufs- und Zuschauerzahlen zu steigern. „Die meisten negativen Darstellungen sind überzogen und am Ende nicht haltbar“, behauptete Hauschild, der dies mit offiziellen Daten und Fakten von Fachbehörden zu untermauern suchte.

Er kam abschließend zum Ergebnis, dass ein Vertrauensschwund bei den Landwirten und der Landwirtschaft unbegründet sei. Einer steten Entfernung der Bevölkerung von „ihren“ Landwirten müsse man mit Transparenz und persönlicher Aufklärung entgegenwirken. Die Bauern sollten nicht den moralischen Zeigefinger erheben, sondern die Menschen wieder zum eigenen Denken anregen. Der Schlüssel sei das durchaus vorhandene Vertrauen in die Person des Bauers.

Schockiert und entsetzt zeigten sich die Landfrauen vom Verhalten zahlreicher Veganer, die auf einen Videofilm auf der Facebook-Seite eines Milchviehbetriebes mit Häme, Spott, Beleidigungen, Verunglimpfungen und Drohungen reagierten. So rief unter anderem jemand zum „Sturm auf den Hof“ auf oder wünschte der Familie „Pest, Cholera und einen baldigen qualvollen Tod“. Aufgebracht hatte die Tierrechtler insbesondere eine Szene, in der ein Junge neben einem Kalb ein Glas Milch trinkt.

Der Bauernverband Schleswig-Holstein hat darauf reagiert, indem er einen eigenen Videofilm ins Netz stellte, der das aus seiner Sicht menschenverachtende Verhalten der Tierschützer aufdecken will. Auch Sönke Hauschild ist fassungslos. Für ihn ist es absolut unverständlich und widersprüchlich, wenn eine Gruppe für sich in Anspruch nimmt, Tiere, also Lebewesen, schützen zu wollen und gleichzeitig Menschen, die nicht ihre Überzeugung teilen, mit ihrem Hass überschütten.

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