Elmshorn : So viel Spaß macht Nachhaltigkeit

Ob das von den Schülerinnen Sarina (links) und Nancy gebaute solarbetriebene  Modell auch fährt, testet Projektleiterin Gabi Dieske mit einer Lampe.
Ob das von den Schülerinnen Sarina (links) und Nancy gebaute solarbetriebene Modell auch fährt, testet Projektleiterin Gabi Dieske mit einer Lampe.

Projekttage an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule: Jungen und Mädchen lernen spielerisch zum Thema Energienutzung.

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28. Mai 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Wenn es in einer Schule zur Pause klingelt, dauert es normalerweise nicht lange, bis der Klassenraum leer ist, die Jungen und Mädchen auf den Hof gestürmt sind. Nicht so gestern in einer fünften Klasse der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Zu beschäftigt waren die Schüler mit dem Bau kleiner, solarbetriebener Modelle. Dieser war Teil eines Projekttages zum Thema „nachhaltige Energienutzung“.

Wie baut man einen Stromkreis auf? Welche Leitfähigkeit besitzen verschiedene Materialien? Und welche Möglichkeiten bietet die Sonnenenergie? Diesen und weiteren Fragen gingen die Elf- und Zwölfjährigen spielerisch nach. Dazu bauten sie fünf kleine Experimente auf, unter anderem eine Kartoffelbatterie − alles unter fachkundiger Anleitung von Gabi Dieske. Die gelernte Erzieherin hat in den 1990er-Jahren eine Umschulung zur Umwelttechnikerin gemacht und organisiert seitdem Projekte zur Energienutzung. Den Fünftklässlern brachte sie gestern zudem die Geschichte der Energienutzung näher.

Ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten die Schüler beim Bau kleiner, solarbetriebener Modelle. Dafür hatte Gabi Dieske Anleitungen mitgebracht, die zahlreiche Schüler allerdings gar nicht benötigten. „Das ist toll, die Schüler leben sich richtig aus“, sagte Dieske. Ob Hebebühne oder Fahrzeug, sobald fertiggestellt wurden die Modelle auf ihre Funktion getestet. Dazu hatte die Umwelttechnikerin mehrere starke Strahler mitgebracht − war alles richtig verkabelt, setzten sich die Modelle in Bewegung.

Drei Tage ist Gabi Dieske in der Gemeinschaftsschule zu Gast, um so alle drei fünften Klassen betreuen zu können − so wie auch im vergangenen Jahr. Zur Finanzierung der Projekttage musste Schulleiterin Maren Schramm damals noch einen Beitrag von den Eltern einsammeln. Dank der Stadtwerke Elmshorn war das dieses Mal nicht notwendig. 600 Euro hat das Unternehmen der Schule zur Verfügung gestellt. Das Geld stammt aus der ersten Auszahlung der Bürgersolaranlage, an der die Stadtwerke Anteile besitzen. „Uns war klar: Wenn es eine Ausschüttung gibt, wollen wir das Geld zur Verfügung stellen“, sagte Vertriebsleiter Mathias Wiontzek.

1200 Euro haben die 2008 auf den Dächern von Elsa-Brändström-Schule und DRK-Kita in der Turnstraße angebrachten Solaranlagen eingebracht. Nachdem zunächst Kredite bedient werden mussten, gab es im vergangenen Jahr die erste Auszahlung − von der 50 Prozent direkt der Kita zugute kamen. Die übrigen 600 Euro wollten die Stadtwerke einer Schule für Energieprojekte zur Verfügung stellen. Dazu gab es eine Ausschreibung, deren Gewinner rasch ermittelt war − denn es gab nur einen Teilnehmer.

Maren Schramm freut sich sehr über die Zuwendung, denn damit konnte sie die Projekttage komplett finanzieren. „Das Thema Solarenergie passt hervorragend in unseren Unterricht, in den fünften Klassen gibt es eine Einheit mit dem Titel ‚Die Sonne‘“, erläutert die Schulleiterin.

Auch in diesem Jahr werden die Stadtwerke wieder eine Ausschreibung machen, sie soll laut Mathias Wiontzek in den nächsten Wochen starten. Um 720 Euro geht es in diesem Jahr − und damit etwas mehr als noch in 2014. Eine Steigerung wünscht sich der Vertriebsleiter auch bei der Zahl der Bewerber: „Wir hoffen, dass sich viele Schulen beteiligen.“

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