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Die Brücke ist nur noch Schutt und Staub : So verlief der Brückenabriss an der Wittenberger Straße

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Seit heute gibt es die Krückaubrücke bei Kaltenweide nicht mehr. Der Neubau soll vor Weihnachten fertig sein.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Der Boden vibriert unter den Füßen und große Staubwolken wirbeln auf, als zwei Bagger mit viel Lärm Stück für Stück die Krückaubrücke an der Kreisstraße 23 abreißen. Jeder Zentimeter ist mit Bauschutt bedeckt, zwischendurch ragen dünne Stahlstangen wie gesplitterte Knochen aus den Betonbrocken heraus.

Gestern war der letzte Tag, an dem man die Krückau theoretisch zwischen Kaltenweide und der Einmündung An der Au noch hätte überqueren können – jetzt klafft ein großes Loch in der Wittenberger Straße. Ende nächster Woche wird die Brücke endgültig Geschichte sein. Gesperrt ist sie schon seit dem 3. April – trotz auffälliger Beschilderung und zahlreichen Zeitungsberichten scheinen das einige Bürger immer noch nicht mitbekommen zu haben. „Ständig fahren Auto- und Radfahrer bis an die Sperrung heran und wollen hier durch“, berichtet Silke Dräger, Leiterin des Fachdienstes Straßenbau. „Gestern diskutierte ein Radfahrer ernsthaft mit den Bauarbeitern, weil er schnell zu Netto wollte.“

Der rund 1,5 Millionen teure Brückenneubau soll im Dezember fertig werden. Für den Bauherren, den Kreis Pinneberg, ein Wettlauf gegen die Zeit. „Wir stehen bei der Stadt und dem Land im Wort“, erklärt Kreissprecher Oliver Carstens. „Das Land hat für uns die Sanierung der Landesstraße 75 in Teilen Barmstedts und in Offenau verschoben und will im Januar mit den Bauarbeiten beginnen.“ Die L  75 dient während des Brückenneubaus als Umleitungsstrecke.

Beobachten den Abriss: Thomas Kintzer, Leiter des Teams Tiefbau beim Kreis, Kreissprecher Oliver Carstens und Ingenieur Jochen Wittemann.
Beobachten den Abriss: Thomas Kintzer, Leiter des Teams Tiefbau beim Kreis, Kreissprecher Oliver Carstens und Ingenieur Jochen Wittemann. Foto: Sprenger
 

In den sozialen Netzwerken monieren Elmshorner Bürger häufig die aus ihrer Sicht zu lange Bauzeit und vergleichen sie mit kürzeren Bauzeiten bei Autobahnbrücken. „Das ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen“, sagt der zuständige Ingenieur Jochen Wittemann. „Die Komplexität dieses Bauwerks ist nicht mit einer Autobahnbrücke auf felsigem Untergrund zu vergleichen.“ Denn: Der Boden in Flussnähe kann normale Brückenfundamente nicht tragen. Deshalb müssen die Bauarbeiter die Baugrube unter der Brücke mit Spundwänden gegen das Krückauwasser abdichten und dann 20 bis zu elf Metern lange Pfähle mit Hilfe eines 50 Tonnen schweren Drehbohrers in den Boden rammen. Auf diese werden sogenannte Pfahlkopfplatten betoniert – der Untergrund für die neue Brücke. Der Drehbohrer benötigt wiederum ein künstliches Plateau, damit er nicht in den weichen Boden einsinkt.

Silke Dräger ist optimistisch, dass die Brücke bis Dezember fertig gestellt werden kann. „Wir liegen momentan voll im Zeit- und Kostenplan. Mit eventuell auftauchenden Überraschungen beim Brückenbau könne man erst umgehen, wenn sie auch tatsächlich auftreten. Außer der Brücke nahe Kaltenweide gibt es noch drei weitere Brücken an der K23, die der Kreis noch in diesem Jahr überprüfen will. Möglicherweise stehen dort in den nächsten Jahren Sanierungen an.

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