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Workshop im Rathaus : So sehen Senioren Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

50 Teilnehmer auf der Suche nach Konzepten für ein altengerechteres Leben in der Stadt.

Elmshorn | Sie stellen rund ein Viertel der Elmshorner Bevölkerung. Wie können die Interessen der Senioren in der Stadt am besten berücksichtigt werden? Das ist eine politische Frage, also soll sie mit einem Konzept beantwortet werden. Dieses Konzept sollen vor allem diejenigen entwickeln, die es betrifft. Also trafen sich auf Einladung der städtischen Verwaltung am Sonnabend rund 50 Ältere im Rathaus zu einem Workshop.

„Ein gemeinsames Konzept für alle ist schwierig“, lautete nach fünf Stunden die Erkenntnis von Brigitte Schrammeck. Sie war in der Arbeitsgruppe Bildung und Kultur dabei und stieß dort auf ein großes Problem: Es gibt sehr solvente Rentner und solche, die mit Altersarmut kämpfen. Wie sollen die alle an Kultur teilhaben? Einen unbürokratischen Fonds, verwaltet vielleicht vom Spendenparlament, wünschten sich die Teilnehmer.

Über solche und viele andere Fragen sollen die Elmshorner in den kommenden Wochen nachdenken. Für Dezember ist das nächste große Treffen geplant, dort sollen dann die Ergebnisse der acht Arbeitsgruppen zusammengetragen werden. Eine Redaktionsgruppe entwickelt daraus dann einen Entwurf für ein Konzept, der wird wiederum abgestimmt und schließlich an die Lokalpolitik geliefert. Die berät dann und beschließt, wenn alles gut geht, das Konzept. Und dann geht die Arbeit weiter, wenn das Konzept mit Leben erfüllt werden soll: „Bürgerengagement statt Konsumhaltung“ gab Holger Wittig-Koppe als Motto aus. Gemeinsam mit Anne Rudeck moderierte der Vertreter des Paritätischen Wohlfahrtverbands den Auftakt-Workshop am Sonnabend und wird den weiteren Prozess begleiten.

Als ersten Schritt hatten die Kleingruppen eine Bestandsaufnahme gemacht und verschiedene Lebensbereiche bewertet. Mobilität/Nahversorgung schnitt mit einer 3– ab, Wohnen bekam eine 3, Bildung und Kultur eine 2–. Dann ging es daran, die Bausteine fürs Konzept in Kleingruppen zu entwickeln. „Schwierig“ gestaltete sich das nicht nur bei der Gruppe „Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement“. Rosmarie Lehmann vom Kirchengemeinderat St. Nikolai, Erika und Hubert Wojciechowski von der Caritas, Jutta Ivens vom DRK und Annemarie Prätzas vom Sozialwerk der Pommern wollen, dass Rollstuhlfahrer an mehr Seniorenausfahrten teilnehmen können. Außerdem wünschen sie sich eine Ehrenamtsakademie.

Die Arbeitsgruppe Kooperation und Vernetzung erklärte, dass sie ohne Unterstützung nicht weiter käme. Hilfe wollen Michael Dürr vom Elmshorner Amt für Bürgerbelange und Moderator Wittig-Koppe leisten. Dürr zog nach der Veranstaltung ein positives Fazit: 50 Teilnehmer bei 70 verschickten Einladungen: „Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Ganz so rosig wollte es Ursula Kleinert vom Seniorenrat nicht sehen: „Ein Bürger, das war die ganze Bürgerbeteiligung“, klagte sie. Alle anderen Teilnehmer am Workshop waren über Vereine und Verbände gekommen. „Wie schaffe ich es, dass sich die Bürger beteiligen“, lautete für Kleinert eine wichtige Frage. Dass es Sinn macht, sich einzumischen, steht für Kleinert außer Frage: „Im Endeffekt kann man eine ganze Menge bewirken, wenn man den Mund aufmacht.“

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erstellt am 02.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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