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Elmshorner Nachrichten

22. August 2017 | 15:44 Uhr

Flüchtlinge : So löst Elmshorn die Platznot

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Zahl der Asylbewerber hat sich verdoppelt. Die Stadt kooperiert mit Immobilienfirmen.

Elmshorn | Immer mehr Menschen suchen Schutz in Deutschland. Allein in Elmshorn hat sich die Zahl der Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Laut aktuellen Zahlen der Stadt sind zurzeit 206 Asylbewerber in Elmshorn untergebracht. Und die Zahl wird weiter wachsen. Schließlich hat die Stadt vergeblich auf ein Einlenken der Kreisverwaltung gehofft und muss in den nächsten Wochen zusätzlich 30 Flüchtlinge aufnehmen, da der Kreis die Zuweisung wegen der akuten Wohnungsnot nach dem Hochhausbrand in der Beethovenstraße zunächst ausgesetzt hatte.

Um angesichts der steigenden Zahlen auch in Zukunft den Flüchtlingen geeigneten Wohnraum bieten zu können, geht die Stadt jetzt Kooperationen mit Wohnungsgesellschaften ein. In diesen Tagen sind nach Auskunft von Stadtrat Dirk Moritz (parteilos) Vereinbarungen mit Semmelhaack, Deutsche Annington, der TAG-Gruppe sowie privaten Vermittlern geschlossen worden. Eine Zusammenarbeit mit dem auf das Vermieten von Wohnraum für Flüchtlinge spezialisierte Elmshorner Unternehmen A & J Immobilienmanagement lehnt die Stadt ausdrücklich ab. „Dank der Kooperationen werden wir flexibler reagieren können. Das gibt uns Luft. Dafür sind wir dankbar“, sagt Moritz.

Der Stadt sei es wichtig, die Asylbewerber menschenwürdig unterzubringen. „Zelt-Städte oder Container-Dörfer wird es bei uns nicht geben“, betont der Stadtrat. Jeder Flüchtling erhalte einen eigenen verschließbaren Raum. Zudem bekommen die Asylbewerber Bargeld und keine Gutscheine. „Mit Gutscheinen müssen sich Flüchtlinge an der Kasse outen, das kommt einer Stigmatisierung gleich. Das wollen wir nicht“, so Moritz.

Wie dramatisch der Anstieg der Flüchtlingszahlen ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre. 2011 musste die Stadt lediglich sieben Menschen aufnehmen, 2012 waren es 32, 2013 stieg die Zahl auf 56. Bis zum 10. Oktober kamen in diesem Jahr bereits 81 zuzüglich der noch ausstehenden 30 Flüchtlinge in Elmshorn unter. Laut Moritz sind 70 Prozent von ihnen Einzelpersonen, der Großteil stamme aus Syrien und Afghanistan.

Mit 206 Menschen leben in Elmshorn derzeit allerdings deutlich mehr als die der Stadt zugewiesenen Asylbewerber. Das hängt mit dem Vorgehen einiger Kommunen zusammen, die Wohnraum in Elmshorn anmieten, um dort die ihnen zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Das stößt bei der Stadt übel auf. „Wir sind im Gespräch mit den Kommunen. Das muss ein Ende haben“, sagt Moritz. Schließlich bliebe Elmshorn auf den Kosten für die Integrationsarbeit sitzen und müsse Schul- sowie Kindergartenplätze vorhalten. „Alle Städte und Gemeinden müssen sich ihrer Verantwortung stellen. Es kann nicht sein, dass sich einige davor drücken“, betont der Stadtrat. Seite 3

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erstellt am 17.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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