Tag der offenen Tür : So hilft die Kleiderkammer in Elmshorn

Mit viel Engagement und Leidenschaft arbeiten Miriam Tiryaki (Dritte von links) und ihr Team ehrenamtlich in der DRK-Kleiderkammer.
Mit viel Engagement und Leidenschaft arbeiten die Helfer in der DRK-Kleiderkammer.

Ehrenamtliche Mitarbeiter der DRK-Kleiderkammer stellen ihre Arbeit vor

shz.de von
02. Juli 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | Türkische Pizza, Salat, Kaffee und Kuchen und ein Kleidermarkt: Viel Mühe hatte sich am vergangenen Sonnabend das Team der Kleiderkammer des DRK in der Feldstraße 15 für den Tag der offenen Tür gemacht, an dem allen Besuchern die Räumlichkeiten gezeigt und die Arbeitsweisen der Helferinnen erklärt wurden. Miriam Tiryaki ist seit nun fast drei Jahren die Leiterin der Kleiderkammer und setzt ihre ganze Energie daran, die Kleiderspenden an Bedürftige zu verteilen.

Auch am Wochenende verbringt sie mehrere Stunden bei der Arbeit. Die vielen Kleidungsstücke müssen gesichtet, gewaschen und in die Kisten und Regale einsortiert, einiges auch entsorgt werden, wenn es kaputt oder nicht mehr sauber ist. „Sie macht das mit Leidenschaft“, erklärt Tiryakis Tochter, die den Haushalt übernimmt, während ihre Mutter in der Kleiderkammer arbeitet.

Lohn ist für Tiryaki und ihre acht Helferinnen lediglich der Spaß und die Freude daran, die Menschen mit der gespendeten Kleidung glücklich zu machen: „Viele denken, wir kriegen Geld dafür, aber wir arbeiten alle ehrenamtlich“, erklärt Tiryaki. Oftmals vermisst sie Verständnis für das, was sie tun, kann sich aber dennoch nicht vorstellen, deswegen aufzuhören.

Ihre Arbeit nämlich ist nicht nur für sie eine Freude, sie ist vor allem wichtig und unentbehrlich für die Stadt: Dienstags und donnerstags findet die Ausgabe für je zwei Stunden statt. An manchen Tagen kommen 25 bis 30 Menschen, um Kleidung abzuholen. Mehr als genug also, die auf die Kleiderspenden der Elmshorner und vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen angewiesen sind.

Es sind eine Vielzahl an Menschen, an die die gespendete Kleidung gegen eine geringe Gebühr abgegeben wird, so zum Beispiel Sozialhilfeempfänger, Nichtsesshafte, Asylsuchende und Menschen in akuten Notlagen. „Oft kommen Frauen aus dem Frauenhaus zu uns“, berichtet Tiryaki. „Sie gehen immer mit strahlenden Gesichtern aus der Tür“, wenn die Mitarbeiterinnen ihnen helfen, die passenden Kleidungsstücke für ihre Kinder auszuwählen. „Am Ende dürfen sich die Kinder auch noch ein Spielzeug aussuchen.“

Und nicht nur für die Bedürftigen bietet die Kleiderkammer eine große Unterstützung, auch für diejenigen, die regelmäßig spenden, ist sie sehr wichtig geworden. „Für viele Senioren ist sie eine Anlaufstelle“, weiß Tiryaki. „Manche bringen nur ein T-Shirt oder eine Bluse pro Woche. Sie kommen dann meist, um sich mit uns zu unterhalten.“ Jeder, der Kleidung abgeben oder ein nettes Gespräch führen möchte, ist während der Annahmezeit am Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr herzlich willkommen.

Viele Stunden in der Woche engagieren sich die Helferinnen – einige von ihnen sogar schon seit mehr als zehn Jahren – ehrenamtlich in der Kleiderkammer, um den Bedürftigen der Stadt eine Freude zu bereiten, verteilen Kleidung, warme Mäntel und Stiefel für den Winter, Wäsche, Bettzeug und Geschirr. Eine Arbeit, die nicht genug honoriert werden kann.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen