So feiern gute Freunde

Insgesamt 250 Besucher symbolisierten die Entfernung nach Zempin und schickten ebenso viele Luftballons auf die Reise.
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Insgesamt 250 Besucher symbolisierten die Entfernung nach Zempin und schickten ebenso viele Luftballons auf die Reise.

Klein Nordende und das Usedomer Seebad Zempin feiern 25 Jahre Partnerschaft /Rekordversuch und Versteigerung

shz.de von
22. April 2018, 15:31 Uhr

Die Sonne strahlte vom Himmel, als wollte sie belohnen, was die Klein Nordender und die Zempiner von der Insel Usedom hinbekommen haben: eine mit sehr viel Leben gefüllte 25-jährige Partnerschaft zwischen ihren beiden Gemeinden. Nicht minder strahlten die Gesichter der Jubilare und der rund 300 Gäste, die am vergangenen Sonnabend zu dem Jubiläumsfest an der Bürgermeister-Hell-Halle in Klein Nordende gekommen waren.

Höhepunkt war ein Rekordversuch: Die Luftlinie von 267,51 Kilometern zwischen Klein Nordende und dem Ostseebad sollte symbolisch mit einer Menschenkette dargestellt werden, in der jede Person für einen Kilometer stand. Helmut Hamke, Moderator und Ausschussmitglied Familien, Jugend und Schule, gelang es, 250 Menschen auf den Rasen des Waldstadions zu holen. Damit war das Ziel zwar knapp verfehlt, aber der Jubel trotzdem groß. Unter Applaus ließen die Teilnehmer in einer Art La-Ola-Welle 250 farbenfrohe Luftballons, in den Himmel steigen - versehen mit Namenskärtchen und der Hoffnung, einige mögen die Reise nach Zempin schaffen.

Das Programm für das große Ereignis hatten Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel, Ulrike Weers und Susanne Schlüter vom Sozialausschuss, Telse Ortmann und Sven Bechtel vom Ausschuss Familien, Jugend und Schule, Wehrführer Martin Höppner und dessen Stellvertreter Florian Schinckel sowie Grundschullehrerin Ruth Mergel erarbeitet. „Der Kontakt unserer Gemeinden begann mit den Feuerwehren. Vermittler war die Wedeler Feuerwehr. Dann kamen die Gemeindevertretungen dazu und schließlich der Austausch von Grundschülern und die gegenseitigen Besuche von Seniorengruppen. Inzwischen gibt es sogar viele private Freundschaften“, so Ulrike Weers, die die Partnerschaft seit Anfang an begleitet.

Wie es zu der Partnerschaft kam und welche Bedeutung sie bis heute für die beiden Orte hat, darauf gingen Hans-Barthold Schinckel und sein Zempiner Kollege Werner Schön in ihren kurzen Ansprachen ein. Diese Partnerschaft sei vorbildlich. Sie sei wie viele nach der Wende zwischen Ost und West entstanden und gehöre zu den wenigen, die bis heute überlebt haben. Aus anfänglicher Unsicherheit auf beiden Seiten und mühsamer Kommunikation – es habe ja noch kein Handy gegeben – sei ein kontinuierlicher, lebendiger Kontakt mit regelmäßigen Treffen von Jung und Alt geworden. Beide Gemeindechefs bekräftigten, es sei ihr Wunsch, dass es so weitergehen möge, und unterzeichneten den Partnerschaftsvertrag erneut.

Dem kurzen offiziellen Teil folgte das Vergnügen mit vielen Höhepunkte, die die Besucher bei kühlen Getränken, Grillwurst und frischen Fischbrötchen aus Zempin genossen. Der Klein Nordender Grundschulchor hatte mit Zempiner Schülern ein Jubiläumslied einstudiert, das die ehemalige Grundschulleiterin Ursula Prancke geschrieben hatte. Mädchen und Jungen der Klein Nordender und der Zempiner Jugendfeuerwehr führten beeindruckend vor, wie gut und schnell sie gemeinsam einen Containerbrand löschen können.

Nach einem Platzkonzert des Spielmannszugs Klein Nordende-Lieth und dem Rekordversuch mit der Menschenkette wurden sechs Grillpakete verlost. Noch mehr Spannung zum Schluss: Die Zempiner Gemeinde hatte einen Strandkorb gestiftet, den Helmut Hamke amerikanisch versteigerte. Bei „ … und 460 Euro zum Dritten!“ erhielt das Klein Nordender Ehepaar Gerd und Wiebke Heyer den Zuschlag. Über das Geld können sich die Jugendfeuerwehren beider Orte freuen.

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