Grausiger Fund : Sieben tote Igel im Stadtpark Elmshorn

Schockiert: Ines Karstens (2.v.re.) mit Karin Ziehrock (v.l.), Marion Gottschalk und Monika Thormählen von der Igel-Station auf der Wiese im Rosengarten, wo die meisten Igel gefunden wurden.
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Schockiert: Ines Karstens (2.v.re.) mit Karin Ziehrock (v.l.), Marion Gottschalk und Monika Thormählen von der Igel-Station auf der Wiese im Rosengarten, wo die meisten Igel gefunden wurden.

Mysteriöses Tiersterben: Sieben Igeln in Elmshorn wurden die Gesichter zerfetzt. Ist die städtische Mähmaschine schuld daran?

shz.de von
30. November 2013, 16:00 Uhr

Elmshorn | Ist in Elmshorn ein kranker Igel-Ripper unterwegs? Oder ist es doch eine Mähmaschine der Stadt Elmshorn gewesen? Im Rosengarten sind in den vergangenen Tagen sieben tote Igel gefunden worden. Bei allen Tieren waren die Gesichter total zerfetzt – Augen, Schnauze und Ohren zum Teil komplett abgetrennt worden.

Ines Karstens machte die grausigen Funde. Sie geht täglich mit ihren Hunden Gassi im Stadtpark. Am Dienstag vergangener Woche entdeckte sie den ersten Igel. Zunächst dachte sich die Elmshornerin nichts dabei. Auch als sie in den nächsten Tagen weitere Igel fand, wurde sie nicht stutzig. Erst am Freitag erkannte sie dann den Zusammenhang. Ihre Hunde hatten abseits des Weges etwas gewittert. „Dort kauerte ein verletzter Igel. Er röchelte und quiekte“, erzählte Ines Karstens. Beim näheren Betrachten entdeckte sie schließlich das zerfetzte Gesicht. Sie eilte zum Tierarzt. Der Igel musste eingeschläfert werden.

Karstens ließen die Funde keine Ruhe. Sie alarmierte Karin Ziehrock von der Igel-Station in Tornesch. Gemeinsam untersuchten sie die anderen sechs toten Tiere – alle wiesen ähnliche Verletzungen auf. Um Gewissheit zu bekommen, brachten sie ein Opfer zur Tierklinik nach Uetersen. Die Diagnose ist eindeutig. „Das war keine Bissverletzung. Es sind klare Schnittverletzungen“, bestätigte eine Mitarbeiterin auf Anfrage unserer Zeitung.

Karstens und Ziehrock haben eine starke Vermutung, wer für den Tod der Igel verantwortlich ist: die Stadt. „Ich habe die Mähmaschine gesehen, an den folgenden Tagen habe ich dann die Igel gefunden“, berichtete die Elmshornerin.

„Wenn es so ist, tut es uns ausgesprochen leid“, sagte Brigitte Fronzek. Die Bürgermeisterin versichert, dass dies der erste Vorfall dieser Art wäre. „So etwas hat es noch nicht gegeben“, betonte Fronzek. Der Betriebshof habe extra spät mit den Mäharbeiten begonnen. „Aber aufgrund der warmen Witterung waren wohl noch Igel unterwegs“, so die Bürgermeisterin. Auch Betriebshofleiter Thomas Kruse kann sich nicht erklären, wie es zu der Art der Verletzungen kommt. „Nach den erkennbaren Verletzungen möchte ich nahezu ausschließen, dass die Verletzungen im Kopfbereich des Igels von unserem Schlegelmäher herrühren. Dieser rotiert mit 1000 Umdrehungen pro Minute und hinterlässt leider nicht nur derartig ‚kleine‘ Verletzungen“, so Kruse, der nicht ausschließen will, dass der Tod der Igel auch eine andere Ursache haben könnte.

Das kann die Tierklinik auch nicht. „Der Schnitt war sehr sauber“, sagte eine Mitarbeiterin. Ungewöhnlich sei auch, dass die Tiere offenbar nur im Gesicht verletzt worden sind. Für Menschen sei es jedoch sehr schwierig, an das Gesicht heranzukommen. Im Normalfall rollten sich die Tiere bei Gefahr schnell ein. Die Todesfälle bleiben also mysteriös. Zum Glück wurden bislang keine weiteren verstümmelten Igel im Stadtgebiet gefunden.

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