Elmshorn : Sie sorgt sich um das Federvieh

Jungzüchterin Franziska Möller mit einer Rouen-Clair-Erpel, das ist die Zuchtform der Wildenten, die auf vielen Teichen schwimmen.
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Jungzüchterin Franziska Möller mit einer Rouen-Clair-Erpel, das ist die Zuchtform der Wildenten, die auf vielen Teichen schwimmen.

Die haben alle mindestens einen Vogel: Ein Besuch auf der Schau der Elmshorner Geflügelzüchter.

shz.de von
26. November 2013, 16:00 Uhr

Franziska Möller aus Bevern ist 17 und züchtet Enten und Tauben. Manche ihrer Freunde irritiert das: „Einige fragen schon, aber viele kennen das“, sagt sie. Zumindest auf der Landwirtschaftsschule, die sie besucht, um Hauswirtschaft zu lernen, ist es nichts Besonderes, sich mit Geflügel zu beschäftigen. Ein beherzter Griff an die Flügelansätze, eine Hand an die Füße, und sie hat den Erpel sicher im Arm. Sein Hals schillert grün, er gehört zur Rasse der Rouen-Clair-Enten, das ist die Zuchtform der Wildenten, die auf vielen Teichen schwimmen.

Aber Franziska Möllers Erpel ist das Gegenteil eines Wildvogels, er ist das Produkt sorgfältiger Züchtung. Die junge Frau ist Mitglied im Geflügelzuchtverein Elmshorn und Umgebung von 1885 e.V., und der Erpel ist eine von 15 Enten, die sie zusammen mit ihrer 15-jährigen Schwester Annalena bei der diesjährigen Schau präsentiert. Zwischen 90 und 96 Punkten hat ein Preisrichter ihnen für die Tiere zuerkannt, damit liegen die Vögel zwischen „befriedigend“ und „hervorragend“.

202 Vögel wurden am Wochenende in der Halle eines Elmshorner Busunternehmens ausgestellt. Für die 18 erwachsenen und sieben jugendlichen Mitglieder des Vereins ist die jährliche Schau „wie das Erntedankfest“, findet der Vorsitzende Andreas Möller: Sie zeigen, was sie im Verlauf des Jahres an Tieren gezüchtet haben. Preisrichter urteilen, wie nahe die Vögel den festgelegten Rassestandards kommen. Größe, Form, Gewicht und Farbe sind dort ebenso festgeschrieben wie die Legeleistung pro Jahr und das Gewicht der Eier. Ein Vorwerkhuhn soll pro Jahr 170 Eier à 45 Gramm legen, steht da.

Auf Möllers anderthalb Hektar großen Hof in Bevern tummeln sich die rund 35 Enten seiner Töchter, 50 bis 60 Arabische Trommeltauben und an die 25 Steinbacher Kampfgänse; trotz ihres Namens friedliche Tiere, versichert der Baumschuler. Im großen Teich können die Enten die nötigen Bäder nehmen. Dass sie ausbüxen, fürchtet er nicht: „Das ist ja eine schwere Rasse, die sind mehr zu Fuß unterwegs.“ Solange sie genügend auf ihrem Gelände finden, dränge es sie nicht in die Ferne.

Hühner und Tauben sind die häufigsten Vögel im Verein, dazu kommen Enten, Möllers Gänse und Puten. In diesem Jahr zeigen die Geflügelzüchter auch ganz andere Tiere: Vornean in der Halle tummeln sich Meerschweinchen, zwischen dem Federvieh sitzen gut zwei Dutzend Kaninchen in ihren Käfigen. Am Rand ist ein kleines Gatter aufgebaut, in dem drei Vertreter der kleinsten Schafrasse der Welt stehen: Ouessantschafe, eigentlich beheimatet auf einer französischen Atlantikinsel. Ein Bock dieser Rasse ist unter einem halben Meter groß und wiegt maximal 20 Kilo, erklärt Züchter Willi Hüllmann, Kassenwart der Geflügelzüchter. Als Hobby und für die Kinder zum Spielen hält er die robusten Tiere: „Sie sind ja ganz zahm.“

„Mehr Vielfalt spricht mehr an“, findet Andreas Möller. Er leitet den Elmshorner Verein seit vier Jahren und hat sich zwei Ziele gesetzt. Zum einen will er mehr Elmshorner zu den jährlichen Schauen holen; darum werden die Käfige jetzt mitten in der Stadt aufgebaut und nicht mehr in Offenau. Zum anderen will er die Tierzüchtervereine miteinander vernetzen, um den Besuchern mehr zu bieten: Kaninchen, Tauben und Geflügel in „einer Schau für Elmshorn“, darauf arbeitet er hin. Ein paar Kaninchenzüchter sind schon dabei, die Taubenzüchter zeigen sich noch skeptisch.

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