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„Sprach- und Kulturmittler“ in Elmshorn : Sie setzen sich für Flüchtlinge ein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Programm „Sprach- und Kulturmittler“ der Brücke wird aufgrund des Flüchtlingszustroms immer stärker nachgefragt.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Elmshorn | Der Zustrom an Menschen, die vor Krieg, Terror und Gewalt aus ihrer Heimat fliehen, hält ununterbrochen an und stellt unser Land vor große Herausforderungen. Das wirkt sich auch auf den Verein „Brücke Elmshorn“, genauer, auf das Projekt „Sprach- und Kulturmittler“ aus, das nach einer „Ruhephase“ im Sommer 2014 neu belebt wurde. „Unsere Dienste werden jetzt stärker nachgefragt“, stellten Koordinatorin Svetlana Shmeleva und die Leiterin des Ambulanten Dienstes, Imme Schippmann, im Gespräch mit dieser Zeitung fest.

Der Pool aus Sprach- und Kulturmittlern umfasst zurzeit 50 Männer und Frauen, wovon allerdings nicht alle aktiv sind. Sie kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Polen und Albanien, halten sich zumeist schon einige Jahre in Deutschland auf und bedienen insgesamt 24 Sprachen. Ihre Aufgabe besteht vorzugsweise darin, Brücken zu bauen zwischen dem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen und den Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind.

„In erster Linie sind es Ämter und Behörden sowie Kliniken, psychiatrische Einrichtungen, Beratungsstellen, Schulen und Kitas, die den Service der Brücke in Anspruch nehmen – weniger Privatpersonen“, so Shmeleva und Schippmann. „Aber auch das ist natürlich der Fall.“ Die konkrete Leistung der Projektmitarbeiter besteht darin, bei Gesprächen zwischen Ausländern und Vertretern der erwähnten Einrichtungen zu übersetzen.

Doch geht es oft weit darüber hinaus, da die Menschen, die aus einem anderen Kulturkreis stammen, auch Hintergründe verstehen müssen, die ihnen der Übersetzer erklärt. „Man muss als Sprachmittler ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen besitzen und sich bei aller Anteilnahme auf keinen Fall persönlich einbringen: Ein wenig Distanz ist schon erforderlich“, befand Shmeleva. Sie wies ebenso wie Schippmann darauf hin, dass die Übersetzungsleistungen, die auch schriftlich erfolgen können, kostenpflichtig sind.

Die bereits jetzt spürbar stärkere Nachfrage nach diesem Service der Brücke wird höchstwahrscheinlich in der nächsten Zeit noch wachsen. Daher würden sich Shmeleva und Schippmann freuen, wenn sie mehr aktive Sprachmittler gewinnen könnten. „Wer in dem Projekt mitwirkt, hilft, Verständnis zu schaffen, profitiert aber auch selbst davon“, unterstreichen die beiden Brücke-Mitarbeiterinnen. „Er hat beispielsweise die Möglichkeit, in viele Bereiche hineinzublicken, mit vielen Menschen zu kommunizieren und dabei wertvolle Erfahrungen zu machen.“ Auch sein Deutsch verbessere sich – und nicht Wenigen eröffne ihre Übersetzer-Tätigkeit auch berufliche Perspektiven. Sonita Haidari aus Afghanistan hat überwiegend positive Erfahrungen als Sprach- und Kulturmittlerin gemacht. „Es ist einfach überwältigend, wie ich von den Menschen aufgenommen werde“, berichtet sie und lächelt. Das kann Mirela Gjoka aus Albanien nur bestätigen: Für sie scheint es so etwas wie ein Lebenselixier zu sein. Nach dem Gespräch brachen alle ins Café auf, wo sie im Rahmen eines monatlichen Treffens Erfahrungs- und Informationsaustausch pflegen. Der Kontakt zu Svetlana Shmeleva : Erreichbar ist sie unter Telefon 04121-7017705 oder per Mail: s.shmeleva@brueckeelmshorn.de

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