Wegen Hochwassergefahr und hoher Kosten : Sie sagen: „Keine Tiefgarage unter dem Elmshorner Rathaus“

 Walter Sauermilch (links) und Peter Kruse hoffen, dass die Stadt auf den Bau der Tiefgarage unterm Rathaus verzichtet.
Walter Sauermilch (links) und Peter Kruse hoffen, dass die Stadt auf den Bau der Tiefgarage unterm Rathaus verzichtet.

Die offene Planergruppe „Augen auf vorm Stegen“ bezieht klar Stellung. Rundgang durchs neue Quartier.

shz.de von
23. Mai 2018, 13:00 Uhr

Elmshorn | Sie reden nicht um den heißen Brei herum, sondern beziehen klar Stellung – und zwar fachlich fundiert, wie der Architekt Walter Sauermilch betont. Die offene Planergruppe „Augen auf vorm Stegen“ hat sich jetzt auch zum umstrittenen Thema der geplanten Tiefgarage unter dem neuen Rathaus geäußert. „Es sollte keine Tiefgarage errichtet werden. Weder unter dem Rathaus noch irgendwo anders in der Nähe von Überschwemmungsgebieten“, betont Sauermilch mit Hinweis auf die Hochwassergefahr. Eine Tiefgarage sei zudem teuer und technisch komplex. 

Im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen, wo ein gewaltiges Stück Elmshorner Zukunft entstehen soll, hat die offene Planungsgruppe den Verkehr zum zentralen Thema erklärt. „Wir müssen die Pendlerverkehre von den anderen Verkehren trennen“, sagt Sauermilch. Der acht-bis zehnköpfigen Gruppe schwebt ein fünf- bis sechsgeschossiges Parkhaus am Steindammpark vor. Die besthende Parkpalette könnte abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch an der Kleiststraße gebe es weitere Möglichkeiten für Pendlerparkplätze.

Priorität für Fußgänger und Radfahrer

Das neue Quartier soll sich durch eine Verkehrsberuhigung auszeichnen. Fußgänger und Radfahrer sollen Priorität genießen, die Aufenthaltsqualität dadurch entscheidend verbessert werden. „Wir müssen uns aus der Autogesellschaft freischwimmen“, fordert Sauermilch. Auch unter diesen Gesichtspunkt spreche alles gegen eine Tiefgarage unter dem Rathaus. „Die für eine Tiefgarage unvermeidlichen Zu- und Abfahrten stören gestalterisch und funktionell ganz erheblich die nähere Umgebung und den Innenhof des Rathauses“, betont Sauermilch. Die Stellplätze könnten oberirdisch realisiert werden, beispielsweise in einer Quartiersgarage.

Die Tiefgarage: Die Stadtverwaltung möchte sie bauen, doch SPD und Grüne haben durchgesetzt, dass andere Varianten geprüft werden. Die Planergruppe versteht sich laut Peter Kruse als „kommunale Intelligenz“. Bürger wollen sich auf Augenhöhe in die wichtige Planung des Quartiers mit einbringen. Das funktioniere bisher seht gut. Die Gruppe hattte sich im Februar dieses Jahres zusammengefunden.

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