zur Navigation springen

Made in Elmshorn : Sie halten jedes Büro am Laufen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Unternehmen „Egger im Büro“ beliefert Kunden im ganzen Kreis Pinneberg. 35.000 Artikel jederzeit auf Abruf.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 16:15 Uhr

Elmshorn | Ein Großunternehmen druckt gerade Tausende von Rechnungen, und die Briefumschläge gehen aus. Ein Fall, der Bernd Egger zu Hochform auflaufen lässt: Innerhalb von einer Dreiviertelstunde bringt sein Lieferwagen Standard-Produkte fürs Büro zum Kunden im Kreis Pinneberg. Dabei berechnet Egger weder Porto noch Verpackung oder Versicherung.

„Grundvoraussetzung ist das eigene Lager“, sagt er über sein Geschäft. Egger besitzt und leitet gemeinsam mit seiner Frau Wiltrud die GmbH „Egger im Büro“ am Farmers Ring. Das eigene Lager, aus dem normale Anfragen unverzüglich bedient werden können, ist das eine. Das andere ist die Einstellung: „Sie müssen immer wach sein und schneller als die anderen.“ Und fitte Leute haben, die wissen, welcher Drucker welchen Toner braucht.

Viele der klassischen Schreibwaren- und Bürobedarfshändler haben in den vergangenen Jahrzehnten aufgegeben. Bernd Egger hat selbst bei einem Bürobedarfshändler gelernt und viele Jahre lang angestellt in der Branche gearbeitet. Dann bekam sein Unternehmen Probleme bei der Firmenübergabe, Egger machte sich selbstständig. „Ich habe ganz klein in Neuendorf angefangen mit 20 Quadratmeter Büro und einem Lager in einer Obsthalle.“ Daraus ist das Unternehmen gewachsen, das seit 2005 auf einem großzügigen Grundstück in Autobahnnähe in Kölln-Reisiek arbeitet. Sechs fest Angestellte versorgen von dort aus Kunden im Kreis Pinneberg sowie im nördlichen und westlichen Hamburg.

Der Büro-Einkauf funktioniert längst nicht mehr wie im Loriot-Film, wo der Einkäufer kartonweise Papier oder Radiergummis bestellt und lagert. Für seine wichtige Kundengruppe der Industrieunternehmen im Kreis bietet Egger diverse Varianten der Versorgung. Zum Beispiel die Depotbefüllung: Einmal die Woche kommt der Egger-Fahrer in den Lagerraum des Unternehmens, sorgt bei den 50 wichtigsten Büro-Artikeln für Nachschub, kontrolliert die Bestände und nimmt leere Verpackungen wieder mit. Andere Variante, für kleinere Stückzahlen: Egger bestellt eine Palette zum Beispiel vom gewünschten Papier und liefert das kartonweise nach Bedarf an seinen Kunden aus.

„Schnelldreher“ hat Egger am Lager, um seine Kunden bei Bedarf prompt versorgen zu können.
„Schnelldreher“ hat Egger am Lager, um seine Kunden bei Bedarf prompt versorgen zu können. Foto: Roolfs
 

Egger im Büro ist seit 15 Jahren Mitglied im Büroring, einer Genossenschaft von rund 350 selbstständigen Bürofachhändlern. Über diesen Zusammenschluss hat Egger Zugriff auf rund 35.000 Artikel, von Papier in allen Größen, Stärken und Farben über Tausende von Stiften und Geräten wie Drucker oder Aktenvernichter – sogar Schreibmaschinen gibt es hier noch – bis zu Keksen und Gummibärchen für die Bewirtung.

In seinem Lager hat Egger die „Schnelldreher“, so heißen im Handel Artikel, die regelmäßig in größerer Menge nachgefragt werden. Damit beliefert er andere Bürohändler und gewerbliche Endkunden. Für Lagerverkauf an Verbraucher böte sein Grundstück zwar Platz, aber das will Bernd Egger im Moment nicht anpacken: „Das kann ja jemand nach mir machen.“

Den vor rund 30 Jahren verkündeten Aufbruch ins „papierlose Büro“ braucht Egger nicht zu fürchten: „Das wird immer mehr“, kommentiert er nüchtern den Papierverbrauch. Etliche große Firmen verfügen inzwischen über eigene Druck-Abteilungen.

Umweltfreundlich und regional, solche Produkte sind auch Egger sympathisch. Textmarker, wasserfeste Stifte, Collegeblöcke – das gibt es alles in Öko. Aber wenn dann ein Textmarker ein paar Cent mehr kostet, tun sich schon viele schwer damit, ihn zu kaufen. Besonders ärgert sich Egger darüber, wenn Verwaltungen auf Kosten der Umwelt geizen. Recyclingpapier aus Glückstädter Herstellung, gekauft beim örtlichen Händler: Mit diesem Angebot lag er nach eigenen Angaben in einer Ausschreibung knapp über einem Konkurrenzangebot, das den Zuschlag bekam. „Das Papier kommt jetzt aus Österreich, da fährt der Lkw erstmal 800 Kilometer“, schimpft er über das Verhältnis zwischen Umweltschutz und Kostendruck in einer öffentlichen Verwaltung.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen