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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 22:05 Uhr

Sexverbrechen: Elmshorner vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Vorwurf: Vergewaltigung, Entführung, Körperverletzung

Es waren zwei der schlimmsten Straftaten, die in den vergangenen Jahren in den Kreisen Pinneberg und Steinburg begangen wurden. Ein 28 Jahre alter Elmshorner war über zwei Frauen hergefallen und hatte sie entführt und anschließend „unter erheblicher Gewaltanwendung“ vergewaltigt, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Nun muss sich der Mann vor Gericht verantworten. Er ist angeklagt wegen Vergewaltigung in zwei Fällen, Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

Die brutalen Überfälle auf die beiden Frauen geschahen am 29. Juli 2012 und am 3. August 2013. Laut Anklage soll der Elmshorner die Frauen – vermutlich in einem Auto – an einen Ort verschleppt haben, an dem er sie dann vergewaltigte. Um seine Opfer wehrlos zu machen, fesselte sie der Kriminelle mit Panzerklebeband. Einer der Frauen hatte der Mann in Kollmar aufgelauert, der anderen in Hohenfelde. Konkrete Angaben zu den Opfern wollte Staatsanwalt Peter Müller-Rakow mit Rücksicht auf die Frauen nicht machen.

2012 soll das Opfer eine junge Radfahrerin in Kollmar gewesen sein. Die Kripo hatte sich nach der Tat mit einem Phantombild an die Bevölkerung gewandt und um Hilfe gebeten: Der Mann wurde als 20 bis 30 Jahre, kurzhaarig und schlank beschrieben. Doch die Fahndung blieb erfolglos.

Ein Jahr später soll der Täter erneut über eine Frau hergefallen sein. Erneut war das Opfer eine Fahrradfahrerin. Diesmal war der Tatort Hohenfelde. Der Mann soll die Frau vom Rad gezerrt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Anschließend soll er sie entführt, vergewaltigt und in der Nähe des Kreisverkehrs am Rantzauer See in Barmstedt abgesetzt haben.


Der Täter war „halbwegs geständig“


An der Fahndung waren Polizisten aus ganz Schleswig-Holstein sowie Spezialkräfte beteiligt. Der intensive Einsatz führte schließlich zum Erfolg. Einer Polizeistreife kam der Elmshorner seltsam vor. Seine Personalien wurden aufgenommen. Die weiteren Ermittlungen erhärteten den Verdacht gegen den 28-Jährigen. Er wurde aufgefordert, eine DNA-Probe abzgeben. „Zu diesem Termin haben wir ihn gleich festgenommen. Er zeigte sich halbwegs geständig“, hatte Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen damals unserer Zeitung gesagt. Der Mann kam wegen Wiederholungsgefahr in Haft.

Bei den Vergewaltigungen wirkt laut Staatsanwaltschaft strafverschärfend, dass der Täter ein „mitgeführtes Mittel“ für seine Tat einsetzte, um den Widerstand des Opfers zu brechen, in diesem Fall das Panzerklebeband.

Im zweiten Fall fügte er seinem Opfer „erhebliche Verletzungen“ zu, so Staatsanwalt Müller-Rakow. Auch das sei strafverschärfend. Dem Mann drohen deshalb für jede Tat bis zu 15 Jahre Haft. Die Verhandlung beginnt am Mittwoch, 5. März, um 9 Uhr im Landgericht Itzehoe.

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