zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 08:46 Uhr

Schulleiterin geht auf Reisen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Abschied Claudia Isidro verlässt im Sommer nach 15 Jahren Kölln-Reisieks Grundschule / Weltenbummlerin zieht es in die USA

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2016 | 16:00 Uhr

In 15 Jahren ist Kölln-Reisiek ihr ans Herz gewachsen, die Grundschule – Wohn- und Arbeitsstätte gleichermaßen – natürlich ganz besonders. „Ich finde, die Schule ist eine kleine Perle“, sagt Claudia Isidro. Und dennoch ist da die Sehnsucht nach der großen, weiten Welt. Daher verlässt die Schulleiterin zu den Sommerferien die Elmshorner Nachbargemeinde und „ihre“ derzeit 118 Mädchen und Jungen, um in der US-Ostküstenmetropole Boston eine neue Aufgabe zu übernehmen. Sie wird dort Koordinatorin des Grundschulzweigs der Deutschen Internationalen Schule.

Eigentlich mag die 50-Jährige derzeit noch gar nicht an den Abschied denken. Die Vorfreude auf die neue Herausforderung in Übersee aber ist unübersehbar. „Von Manila nach Boston – über Kölln-Reisiek“, so kennzeichnet sie ihren Lebenslauf, der sie nach einer Ausbildung zur Sparkassenkauffrau über Umwege zum Lehrerberuf brachte. Ein Lebensweg, der sie nach dem Referendariat 1996 für fünf Jahre in die philippinische Hauptstadt verschlug, von wo aus sie 2001 als Lehrerin nach Kölln-Reisiek kam. Im September 2009 übernahm sie dann als Nachfolgerin von Lill Tantau die Leitung der Grundschule.

„Ich blicke auf eine schöne und produktive Zeit zurück“, sagt Isidro, die ihre Reisefreudigkeit auch auf den Schulalltag übertrug. Jeder Grundschüler macht in Kölln-Reisiek inzwischen mindestens zwei Klassenfahrten mit. „Ich finde es wichtig, dass wir in der Welt unterwegs sind“, sagt sie. Zu den Höhepunkten zählt sie eine Skireise 2014 ins Allgäu oder den ersten Schüleraustausch mit Ergli (Lettland) im Sommer 2012, der die Partnerschaft beider Kommunen auf neue, junge Füße stellte und seither vom Freundeskreis Ergli gepflegt wird.

Reiseleiter zu sein, ist aber nur eine ganz kleine Facette in den vergangenen sieben Jahren gewesen. „Schulleiter zu sein ist ein schwerer Beruf, weil er viele Berufe vereint“, sagt Isidro und zählt auf: Lehrerin, Krankenschwester, Möbelpacker, Erzieherin, Eventmanagerin, Verwaltungskraft, Hausmeister, Psychologin. Die Liste ließe sich vermutlich noch fortsetzen, denn in dem kleinen Kölln-Reisieker Schulteam mit einer Sekretärin in Teilzeit und sechs Lehrerinnen bleibt es eben nicht bei „nur“ Unterricht. Die Anforderungen wachsen wie auch die Zahl der Schüler, die zu Beginn ihrer Tätigkeit noch im zweistelligen Bereich lag. „Was mir wichtig war, ist, dass die Kollegen sich wohl fühlen“, sagt Isidro.

Bei aller aufkommenden Wehmut über den bevorstehenden Abschied überwiegt die Freude auf das Neue und die Herausforderung USA. „Ich gehe ins Ausland, weil es eine tolle Erfahrung ist“, so Isidro. Neue Menschen kennenzulernen finde sie „hochgradig spannend“. Dabei sei ihr bewusst, dass es immer nur eine begrenzte Zeit ist, die man in fremden Ländern miteinander verbringt. Diese sei aber besonders wertvoll. Das Engagement in Boston ist vorerst auf drei Jahre begrenzt, eine Verlängerung aber möglich. Eine Wohnung sucht sie derzeit via Internet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen