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Elmshorner Nachrichten

24. Oktober 2017 | 11:40 Uhr

Streitfall : Schulleiter unterstützen Zaunbau

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 16:23 Uhr

Elmshorn | „Wenn Sie erst am 31. Mai entscheiden, dann starten wir in unsere siebte Vandalismus-Saison. Das werden Sie unserer Schule wohl nicht zumuten.“ Keine Frage, Volker Pohlmann, Rektor an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule war ein bisschen angefressen. Er ahnte wohl schon, was wenig später von der Mehrheit aus SPD, Grünen und FDP im Schulausschuss beschlossen wurde. Der von Pohlmann seit Monaten geforderte Zaun kommt – vorerst – nicht. Es wird weiter diskutiert. Bis Ostern sollen auf zwei Veranstaltungen besonders die Schüler in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden. Nach der Stadtteilkonferenz am 6. Dezember 2016 wird nun weiter geredet. Karla Fock (CDU) sprach am Donnerstagabend von einer „unerträglichen Rumeierei“. Die Christdemokraten forderten die sofortige Freigabe des Geldes, um den Zaum zu bauen. „Wir müssen diese Schule gegen die Chaoten schützen“, sagte ihr Parteikollege Martin Schippmann.

Ein klares Votum für den Zaun kam auch von der Schülervertretung der Gemeinschaftsschule: „Von allen Klassensprechern der fünften bis zehnten Klassen waren 80 Prozent für einen Zaun. Der sollte sogar lieber 2,50 als 1,80 Meter hoch sein“, sagte SV-Mitglied Paul Haverland. Auch der Kinder- und Jugendbeirat hat keine Einwände gegen den Schutzzaun.

Laut Pohlmann wird der Schulhof vor allem am Wochenende nachts von Jugendlichen genutzt, obwohl das Betreten ab 20 Uhr untersagt ist. Die Folge: Kaputte Flaschen, Scherben, an denen sich Schüler verletzen können, und Vandalismus. Pohlmann möchte, dass die Schule eingezäunt wird – und er erhält Unterstützung von allen Elmshorner Schulleitern der weiterführenden Schulen. Die haben sich in einem Solidaritätsschreiben an die Politik gewandt. Sie kritisieren, wie „wenig die begründete Sorge der Schule um die Sicherheit ihrer Schüler und der schulischen Einrichtungen ernst genommen wird“. Es sei nicht zu akzeptieren, dass sich bei der Aufstellung von Spielgeräten die Qualität und Form an der Gewaltbereitschaft der nächtlichen Besucher orientiere und nicht den Bedürfnissen der Schüler.

Für die die Boje-Gemeinschaftsschule fordern die Schulleiter eine Lösung, die die Schule vor den gewalttätigen Übergriffen schützt. „Der von der Schule vorgeschlagene Weg einer nächtlichen Einfriedung erscheint uns sinnvoll“, heißt es in dem Schreiben.

Die Schule muss weiter auf eine Entscheidung warten. Grünen-Chefin Silke Pahl betonte, dass es darum gehe, die „offene Gesellschaft“ zu leben. Ein Zaun sei ein eindeutiges Symbol, grenze aus. „Und Zäune schützen nicht vor Vandalismus.“

Marcello Hagedorn (SPD) und Pascal Mangels (FDP) wiesen darauf hin, dass die Elmshorner Polizei die Boje-schule am Koppeldamm in den vergangenen beiden Jahren nicht als Vandalismus-Hochburg eingestuft hat, sondern als „grüne Wiese“.

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