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Zu langsam für die Zukunft : Schulen in Elmshorn klagen über das Internet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bismarckschule will für Computer-Unterricht schnellere Leitungen und moderne Verkabelung. Bessere Technik bei EBS und KGSE.

Elmshorn | Peter Rosteck, Direktor der Elmshorner Bismarckschule, fürchtet um die Zukunftsfähigkeit seines Gymnasiums. Er sieht die Schule beim Unterricht mit Computern und Internet im Nachteil. Und tatsächlich: Alte Leitungen und überlastete Verbindungen sorgen für Frust bei Schülern und Lehrern. „Eine moderne Vernetzung ist heute genauso wichtig wie Wasser, Gas und Strom“, sagt Peter Rosteck. Sorgen mit dem Netz haben auch die Elsa-Brändström- Schule (EBS) und die Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) - allerdings weniger mit der Technik im Haus, als mit dem Draht nach draußen.

Im städtischen Schulausschuss hat Peter Rosteck die Kommunalpolitiker mit der unbefriedigenden Situation an seinem Gymnasium konfrontiert. Rostecks Vorwurf: „Der Verwaltung liegt seit Monaten ein Kostenvoranschlag für die Vernetzung des Gebäudes der Bismarckschule vor. Der ist aber bisher nicht bearbeitet worden“.

Ganz tatenlos war die Stadt jedoch nicht. Der Voranschlag liegt auf dem Schreibtisch von Stadtrat Dirk Moritz. Er kennt das Problem der Bismarckschule, kann aber keine schnelle Lösung versprechen. Das Geld ist einfach nicht da. „Eine Vernetzung für die Bismarckschule auf dem neuesten Stand würde rund 200.000 Euro kosten“, sagt Moritz, der in der Verwaltung für das Gebäudemanagement zuständig ist. Wichtig sei zunächst, ein EDV-Konzept für alle Schulen zu erstellen. Moritz: „Wir müssen wissen, was die Schulen brauchen, nicht, was sie wollen. Wir haben an alle Schulen in der Stadt zu denken“.

Wenig tröstlich für Schüler und Lehrer des Bismarck-Gymnasiums an der Bismarckstraße. Die Schule verfügt zurzeit über drei Computerräume. Klassen, die mit Laptops arbeiten, gibt es darüber hinaus in der siebenten und achten Jahrgangsstufe. 2016 soll eine neunte Klasse hinzukommen. Die Bismarckschule hat mehr als 1200 Schüler. Im Unterricht müssen die Schüler momentan mit einem für ihre Belange langsamen Netzwerk der Telekom auskommen. „Da geht oft nicht viel, die Datenübertragung dauert zu lange, wenn viele im Netz sind. Ein vernünftiges Arbeiten ist dann nicht möglich“, sagt Direktor Peter Rosteck.

Very High Speed Digital Subscriber Line

Wünschenswert wäre aus seiner Sicht ein schneller VDSL-Breitbandanschluss (Very High Speed Digital Subscriber Line) und eine moderner Verkabelung des Gebäudes samt W-Lan (Wireless Local Area Network – drahtloses lokales Netzwerk). „Die Telekom prüft derzeit, ob das für die Bismarckschule möglich ist“, sagt Stadtrat Dirk Moritz.

Schüler und Lehrer müssen wohl noch eine Weile mit ihrem langsamen Netz leben. Für Peter Rosteck ein unhaltbarer Zustand und ein Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Einrichtungen. „Für viele Eltern ist die Ausstattung mit einem modernen Netzwerk ein Kriterium bei der Schulwahl“, sagt er.

Dieser Aspekt spielt vereinzelt auch in Elterngesprächen eine Rolle, die Uwe Lorenzen, Direktor der Elmshorner Elsa-Brändström-Schule (EBS) führt. Der Leiter des Gymnasiums am Krückaupark mitrund 1200 Schülern kann dabei mit einer guten technischen Ausstattung punkten.

Computer und interaktive Tafeln

In jedem Klassenzimmer steht ein Rechner mit Internet-Anschluss. Insgesamt verfügt die Schule über 130 Computer, interaktive Tafeln und drei Computerräume. „Vieles ist über Spenden finanziert worden. Intern sind wir top ausgestattet und gut verkabelt“, sagt Uwe Lorenzen.

Lange Gesichter und Wartezeiten gibt es nur, wenn viele Geräte am Netz sind und im Unterricht große Dateien aus dem Internet heruntergeladen werden. „Dann geht das Netz in die Knie“, so Schulleiter Lorenzen. Das, so der Schulleiter, liege vor allen daran, dass die Datenleitungen zur Schule veraltet seien. Lorenzen: „Es gibt ein Angebot von Kabel Deutschland. Eine schnelle Leitung könnte von der Köllner Chaussee zu uns gelegt werden.“ Das kostet allerdings 8000 bis 10.000 Euro, Geld das zurzeit nicht da ist.

Mit ähnlichen Problemen hat Andreas Weßling, Direktor der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE, 1400 Schüler) zu kämpfen. Das moderne Schulgebäude am Hainholzer Damm ist gut verkabelt. Die Schüler lernen unter anderem in drei Computerräumen und mit modernen Geräten. „Im Haus ist alles gut, doch die Anbindung ist einfach schlecht. Eine Glasfaserverbindung wäre gut für unseren Unterricht.“

Von einem schnellen Netz würden alle Schüler der drei Elmshorner Schulen profitieren. Doch die Anschlüsse kann die Stadt zurzeit nicht bezahlen. Ärgerlich aus Sicht der Schulleiter, denn Computer und die schnelle Beschaffung von Informationen aus dem Internet werden im Unterricht immer wichtiger. Der Idealfall dabei: gut funktionierende W-LAN-Verbindungen, die von den Schülern mit portablen Geräten genutzt werden könnten. Doch das ist für die Elmshorner Schulen noch Zukunftsmusik.

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erstellt am 29.Apr.2015 | 12:00 Uhr

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