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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 22:38 Uhr

Vogeljagd : Schüsse gegen die Krähen-Plage

vom

Viele Elmshorner sind genervt von den Saatkrähen. Ein Jäger soll die ungeliebten Vögel aus der Innenstadt vertreiben.

Elmshorn | Ihr dauerndes Krächzen nervt, ihre Hinterlassenschaften stinken zum Himmel und wer an ihren Nistbäumen vorbei muss, geht am besten gleich in Deckung: Die Elmshorner leiden unter der Saatkrähen-Plage. Jetzt gerade werden die Tiere wieder aktiv, bauen ihre Nester in der City. Viele Bürger beschweren sich bei der Stadt. Die Verwaltung reagiert, wie in den vergangen Jahren, mit einem Knalleffekt: Jäger Uwe Wegner soll die schwarzen Vögel mit Schreckschüssen aus bestimmten Bereichen der Innenstadt vertreiben. Vergrämung heißt das bewährte Verfahren, das allerdings mit Auflagen verbunden ist.

Mancher Elmshorner möchte den Störenfrieden am liebsten den Garaus machen, doch die Vögel dürfen weder verletzt noch getötet werden. Das europäische Artenschutzrecht wacht über die Tiere. Deshalb muss die Stadt ihre Vergrämungsmaßnahmen mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) abstimmen. In diesem Jahr darf Uwe Wegner die Saatkrähen mit Vogel schreck munition aus den Bäumen am Alten Markt, der Bismarckstraße, dem angrenzenden Gelände der Bismarckschule und dem Zeppelinplatz (Siedlung) vertreiben. "Dafür müssen wir aber Rückzugsflächen für die Tiere bereithalten, sonst bekommen wir für die Vergrämungsaktion keine Genehmigung", sagt Stephanie Brehm vom Gebäudemanagement der Stadt Elmshorn.

"Krähen sind schlau"

In den Bäumen am Probstenfeld vor dem Rathaus und auf dem Friedhof dürfen die geschützten Tiere ungestört brüten. "Hier müssen Anwohner mit Belästigungen rechnen", sagt Stephanie Brehm.

Die Vergrämungsaktion läuft schon seit Dezember vergangenen Jahres. Mitarbeiter der Stadt haben am Alten Markt, im Bereich Bismarckstraße/Bismarckschule und am Zeppelinplatz Saatkrähennester aus den Bäumen geschnitten. Stephanie Brehm: "Die Tiere nutzen gern vorhandene Nistplätze."

Jäger Uwe Wegner ist seit drei Jahren während der Krähensaison im Auftrag der Stadt mit der Schreckschusspistole unterwegs. Sein Job beginnt an diesem Wochenende. Für sein Arbeitsgerät braucht der erfahrene Jäger sogar einen eigenen "kleinen Waffenschein". Kontinuierlich wird Wegner am Alten Markt und der Bismarckstraße auftauchen, um die Vögel durch Schüsse in die Luft zu vertreiben. "Ich muss am Ball bleiben. Die Krähen sind schlau und lassen sich nicht so leicht vertreiben", sagt der Jäger.

Schüsse vor der Brutzeit

Wegners Arbeit beginnt schon in den frühen Morgenstunden. Auch an Wochenenden ist er unterwegs. Je aktiver die Vögel werden, desto häufiger greift er zur Waffe. "Der Einsatz ist für Menschen ungefährlich, doch der Lärm ist nicht zu vermeiden, dafür bitten wir um Verständnis", so Stephanie Brehm. Spätestens am 14. März ist die Vergrämungsaktion beendet. Dann beginnt die Brutzeit und die Tiere sind geschützt.

Saison hat jetzt auch ein anderer Krähenjäger. Heinz- Werner Strüven hat die Lizenz, in Kiebitzreihe Rabenkrähen zu schießen.

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erstellt am 04.Mär.2013 | 12:06 Uhr

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