Elmshorn : Schüler im Einsatz für die Umwelt

Bei den Kreis-Umwelttagen sind die Anne-Frank-Schüler dabei, sie helfen kleinen Kindern bei Wasseruntersuchungen.
Bei den Kreis-Umwelttagen sind die Anne-Frank-Schüler dabei, sie helfen kleinen Kindern bei Wasseruntersuchungen.

Elmshorner engagieren sich im Verein „Schulen für eine lebendige Unterelbe“. Wasserproben liefern wichtige Daten.

shz.de von
07. Juli 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Knapp 30 Kinder haben sich im Elmshorner Steindammpark am Ufer des Sees verteilt. Sie schwenken Kescher durchs Wasser, begutachten Wasserproben und beugen sich über Zettel, auf denen Wasserlebewesen aufgezeichnet sind, um zu bestimmen, was ihnen da in die Netze gegangen ist. Schüler der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule zeigen hier Kindern aus der DRK-Kita Hedwig-Kreutzfeldt-Weg, was es im Wasser zu entdecken gibt und wie man es findet.

Die Schüler tragen blaue T-Shirts mit weißer Aufschrift: „Schulen für eine lebendige Unterelbe.“ Dieser Verein besteht seit zehn Jahren; sieben Schulen aus dem Kreisgebiet arbeiten darin zusammen, der Hetlinger Klärwerksbetreiber azv Südholstein und der Naturschutzbund Nabu unterstützen sie dabei mit Material, Fachwissen und Personal. Aus Elmshorn sind die Grundschule Hafenstraße dabei und die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Deren Leiterin Maren Schramm engagiert sich als Projektkoordinatorin bei den Schulen für eine lebendige Unterelbe (SLUE).

Ziel des Vereins ist, den Zustand der Fließgewässer im Kreisgebiet zu untersuchen und zu dokumentieren. Die Elmshorner kümmern sich dabei vor allem um ihren Heimatfluss, die Krückau.

An den Steindammsee kommen die Schüler gern, um Grundschülern oder Kita-Kindern zu zeigen, wie Gewässer untersucht werden. „Sind die süß“, schwärmt Siebtklässlerin Tina Schönfeldt (13) und nimmt einen kleinen Jungen am Ufer in den Arm, damit er beim Keschern nicht ins Wasser rutscht. Große und Kleine begutachten die Proben und jubeln gemeinsam, wenn sie in einem Behälter eine Larve, einen Wasserkäfer oder ein anderes Tier entdecken. „Am häufigsten findet man Rückenschwimmerlarven“, erzählt Tina. Sie macht schon seit drei Jahren bei den Wasser-Projekten ihrer Schule mit, inzwischen besitzt sie einen eigenen Kescher und ist sich sicher: „Ich werde das weitermachen, auch nach der Schule.“

Die Kinder in der DRK-Kita beschäftigen sich seit Januar mit dem Thema Wasser, berichtet Erzieherin Annett Kannenberg. Der Kindergarten will als Kita 21 zertifiziert werden, einem Siegel für Bildung für Nachhaltigkeit. Im Rahmen der Kreis-Umwelttage suchten die Erzieherinnen ein passendes Projekt und stießen auf das Angebot der Anne-Frank-Schüler, Kleinen das Keschern zu zeigen. Und jetzt sind die Zwerge mit Eifer dabei, ihre Netze nach Anweisung durchs Wasser zu ziehen und in den Proben nach Lebewesen zu spähen.

Große und kleine Kinder begutachten eine Wasserprobe aus dem Elmshorner Steindammsee. (Foto: Roolfs)
Große und kleine Kinder begutachten eine Wasserprobe aus dem Elmshorner Steindammsee. (Foto: Roolfs)
 

„Man wird selbst wieder zum Kind“, schwärmt Maren Schramm von der konzentrierten Geschäftigkeit am Ufer. Immer wieder kniet die Frau mit der Brille an einer Wasserprobe und guckt, was die Kinder entdeckt haben. Dazwischen lässt sie ihren routinierten Lehrerinnen-Blick über die Szene schweifen; Maren Schramm unterrichtet Naturwissenschaften an der Anne-Frank-Schule, dass sie mit Leidenschaft dabei ist, wird deutlich, wenn sie von SLUE erzählt.

Höhepunkt der Kooperation ist in jedem Jahr das Wassercamp. Dabei fahren Schüler aller sieben Schulen für drei Tage in den Wildpark Eekholt im Kreis Segeberg und untersuchen die dortigen Gewässer. Bis abends draußen arbeiten, danach noch eine Präsentation fertig stellen und anschließend zur Nachtwanderung durch den Park: Maren Schramm ist begeistert, mit welchem Engagement die Kinder dabei sind. Tina Schröder war schon zwei Mal in Eekholt, jetzt sitzt sie an ihrer Bewerbung für ihr drittes Wassercamp: „Es ist immer interessant, neue Tiere zu erkunden“, findet die Schülerin.

Das Engagement der SLUE wird wahrgenommen: Der Verein, seine Helfer und einzelne Gruppen heimsten schon diverse Preise ein, zum zehnjährigen Jubiläum kam der Kreispräsident im Mai nach Elmshorn. Und gleichzeitig schaffen die Kinder bei ihren Untersuchungen mit professionellen Methoden einen Datenbestand, der bei der Pflege der Gewässer wertvoll ist. In der Krückau ist da noch viel zu tun: Beim Schipperfest stellten die Schüler fest, dass sie zu „sauer“ ist, der pH-Wert stimmt nicht.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen