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Pilotprojekt in Elmshorn : Schluss mit dem Kita-Frust

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eine Internet-Datenbank soll endlich Transparenz bei der Platzvergabe schaffen. Elmshorn könnte Vorbild für ganz Schleswig-Holstein werden.

Elmshorn | Fehlende Plätze, unüberschaubare Wartelisten und keine Grundlagen für eine bedarfsgerechte Zukunftsplanung: In Sachen Kita- und Krippenplätze befinden sich die Kommunen in Schleswig-Holstein noch im Blindflug. Das soll sich jetzt ändern. Auf Initiative des Städteverbands wird der Aufbau einer landesweiten Kita-Datenbank angestrebt. Am 30. September soll es ein erstes Treffen mit Vertretern der Kommunen und Trägern von Kindertageseinrichtungen geben. „Bei diesem Workshop sollen die rechtlichen, organisatorischen und technischen Anforderungen definiert werden“, bestätigt Marion Marx, Dezernentin beim Städteverband, auf Anfrage dieser Zeitung.

Viel weiter beim Aufbau eines derartigen Systems ist man schon in Elmshorn. In der fast 50.000 Einwohner großen Stadt läuft bereits ein landesweites Pilotprojekt. Gemeinsam mit der Firma Aquinet entwickelt Elmshorn eine webbasierte Datenbank, die einen Überblick über die tatsächlichen Anmeldezahlen liefern soll. Die Kosten für das Projekt trägt Aquinet.

„Wir wollen mehr Transparenz für die Eltern. Der Frust ist jedes Jahr groß“, erklärt Elmshorns Projektleiterin Heike Rosemann. Mit Hilfe der Datenbank könnten Eltern sofort erfahren, an welcher Position der Warteliste ihrer Wunsch-Kita sie stehen und wo eventuell noch Kapazitäten vorhanden sind. Doch nicht nur die Eltern würden von diesem System profitieren. „Wir sehen dann endlich, wie hoch der Bedarf wirklich ist. Doppelanmeldungen werden herausgefiltert“, betont Stadtrat Volker Hatje. Das mache eine seriöse Zukunftsplanung möglich.

In Elmshorn ist im ersten Schritt nur die zentrale Erfassung der Plätze geplant. Die Vergabe der 205 Krippen- und 1412 Elementar-Plätze soll nur zentralisiert werden, wenn sich durch die neue Datenbank nicht schon die Bedarfsplanung sicherstellen und der Frust bei den Eltern legen sollte. Noch bis Ende Oktober läuft eine Testphase mit zwei Kitas. Die Ergebnisse sollen im November präsentiert werden. „Sollte alles funktionieren, gehen wir im Februar 2014 live. Dann wird parallel zum alten Verfahren geplant. 2015 könnten wir dann umstellen“, sagt Hatje, der betont, dass der Datenschutz bei dem webbasierten System gewährleistet ist.

Beim Städteverband beobachtet man das Pilotprojekt in Elmshorn mit großem Interesse. „Die Erfahrungen, die Elmshorn bereits bei der Entwicklung des städtischen Projekts gemacht hat, können sicher hilfreich für die landesweite Lösung sein“, sagt Marx. Kosten für die Entwicklung der landesweiten Kita-Datenbank fallen übrigens weder für die Kommunen noch für die Träger an. Das Projekt wird aus Mitteln der IT-Harmonisierung des Landes finanziert.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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