Stickoxide : Schlechte Luft in Elmshorns Holstenstraße

36,2 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft wurden in der Holstenstraße gemessen.
Foto:
36,2 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft wurden in der Holstenstraße gemessen.

Bei einer Messung der Deutschen Umwelthilfe gehören die Stickoxid-Werte zu den höchsten des Landes.

shz.de von
05. April 2018, 13:00 Uhr

Elmshorn | Es ist ein trauriger Rekord, den Elmshorn da erreicht hat: Die Deutsche Umwelthilfe hat in der Krückaustadt den drittschlechtesten Stickoxid-Wert in Schleswig-Holstein gemessen. 36,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft waren es in der Holstenstraße.

Fahrverbote sind nicht die Lösung

Der von der EU festgelegte Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bereits ab 20 Mikrogramm rechnet das Bundesumweltamt mit gesundheitlichen Risiken für Menschen. Ab 30 Mikrogramm nimmt die Vegetation Schaden. Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) spricht bei den hohen Stickstoffdioxiden von einer „flächendeckenden Bedrohung“. Es gehe darum, politisch Druck zu machen. Das Problem werde nicht mit Fahrverboten rund um Messpunkte gelöst, wie sie in Hamburg geplant sind.

Tornesch schneidet am besten ab

In der Zeit vom 1. Februar bis zum 1. März hatte die DUH an 18 Punkten in Schleswig-Holstein Messungen zur Belastung der Luft durchgeführt. Während in Elmshorn nach Kiel (38,1 Mikrogramm Stickoxide) und Ahrensburg (37,5) die schlechtesten Werte gemessen wurden, hat die Friedrichstraße in Tornesch mit 22,6 Mikrogramm mit am besten abgeschnitten. Stickstoffdioxid gelangen über Autoabgase in die Luft.

Stadt nicht informiert

Die Stadt Elmshorn war über die durchgeführten Messungen in der Holstenstraße nicht informiert. „Wir wussten, dass die Umwelthilfe Messungen durchführen will, aber wir wussten nicht zu welcher Zeit“, sagte Elmshorns Klimaschutzbeauftragter Markus Pietrucha. Dass die Belastung in der Holstenstraße so hoch ist, sei keine Überraschung. „Natürlich findet sich dort ein hohes Verkehrsaufgebot. Zusätzlich zu der Belastung durch Pkw haben wir an dieser Stelle eine recht dichte Bebauung. Die Luft staut sich dort also“, erklärt Pietrucha. Dass die Luft durch Stickoxide verschmutzt ist, sei schon vorher klar gewesen. Pietrucha: „Die Stadt ist nicht ohne Grund schon seit Längerem dabei, Alternativen zum Pkw-Verkehr zu schaffen. Eine davon ist das Konzept der Velorouten, zudem die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen