Elmshorn : Schlagabtausch am Ramskamp

Plakativer Protest: Mitarbeiterinnen der Regio-Kliniken demonstrieren vor dem Verwaltungsgebäude.
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Plakativer Protest: Mitarbeiterinnen der Regio-Kliniken demonstrieren vor dem Verwaltungsgebäude.

Service-Mitarbeiter der Regio-Kliniken protestierten gegen die anstehende Ausgliederung in eine neue Gesellschaft.

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25. März 2015, 14:15 Uhr

Elmshorn | Der Frust steckt weiterhin tief bei den Mitarbeitern der Regio-Kliniken. Nicht wenige der 340 Service-Mitarbeiter fürchten durch die anstehende Ausgliederung und Transferierung in eine neue Gesellschaft um ihre Existenz. Mit vielen Protestschildern und blauen Mülltonnen mit der Aufschrift „Sana: aussortiert und abgewrackt“ hielten sie vor der Verwaltung der Regiokliniken am Elmshorner Ramskap eine Mahnwache ab, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und die Verantwortlichen unter Druck zu setzen.

Während drinnen die Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Verdi und der Geschäftsführung stattfanden, ließen die Angestellten draußen ihrer Wut freien Lauf. Viele von ihnen arbeiten schon Jahrzehnte für die Regio-Kliniken, stehen kurz vor dem Rentenalter oder haben Kinder. Von der Betreibergesellschaft Sana fühlen sie sich im Stich gelassen.„Dort interessiert es keinen, wie es mit uns weitergeht, denen geht es nur ums Geld“, sagte eine der Protestierenden. Wenig optimistisch zeigte sich auch die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Brigitte Morik: „Es sieht bislang nicht so aus, als würde der Arbeitgeber auf die Forderungen des Betriebsrates eingehen.“

Emotional wurde der Protest, als die kaufmännische Leiterin, Regina Hein, stellvertretend für die Geschäftsführung vor die Protestierenden trat. „Sie vernichten Existenzen“ und „Wieso müssen wir für die Management-Fehler aus der Vergangenheit bezahlen?“ kam es ihr entgegen. Regina Hein erwiderte, man nehme die Ängste ernst, die Regio-Kliniken hätten aber starke Defizite. Man müsse in allen Bereichen Veränderungen herbeiführen, damit das Unternehmen weiter existieren kann. Die Protestler hatten dafür kein Verständnis. Wieso ausgerechnet in ihrem unverzichtbaren Bereich gekürzt werden soll, kann keiner nachvollziehen. Ein weiterer Kritikpunkt: Kürzlich hatte die Sana AG 5 Millionen Euro Rendite ausgeschüttet. Ein Ergebnis der Verhandlungen gibt es noch nicht.

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