Szenario : Schiffshavarie – Ölpest auf der Elbe im Griff

Auf der  Elbe  wurden zu Übungszwecken Ölsperren errichtet.   Foto: witt (2)
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Auf der Elbe wurden zu Übungszwecken Ölsperren errichtet. Foto: witt (2)

500 Einsatzkräfte arbeiteten bei der größten Ölwehrübung Schleswig-Holsteins Hand in Hand. Der Umweltminister zeigt sich beeindruckt.

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03. September 2012, 07:39 Uhr

Glückstadt/Kollmar/Wedel | Es war die bislang größte Ölwehrübung in Schleswig-Holstein: Rund 500 Kräfte aus 14 Freiwilligen Feuerwehren, zehn Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes haben am Wochenende den Ernstfall einer Ölpest geübt. Ausgearbeitet und koordiniert wurde das Szenario einer Schiffshavarie vor Stadersand mit bis Kollmar treibendem Schweröl vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Am Sonnabend wurden die Kräfte in aller Frühe zu ihren jeweiligen Einsatzstellen abgefordert. Einsatzschwerpunkt im Kreis Steinburg war der Großraum Kollmar. Vor der Grundschule hatte der Löschzug Gefahrgut des Kreises Steinburg einen Dekontaminationsbereich hergerichtet. Der LKN hatte im Bereich Steindeich Torf ausgeschüttet, mit dem eine Ölverschmutzung des Strandes und des Deckwerkes simuliert wurde.

Bei der Beseitigung mit Schaufeln und Eimern sowie Wasser aus dem Hochdruckschlauch erhielten die Helfer Unterstützung: Obwohl nur als Übungsbeobachter angekündigt, schlüpften Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck und der Leiter seines Ministerbüros, Frank Trende, in weiße Vollschutzanzüge. "Ich komme mir vor wie ein Frosch", meinte Habeck, als er sich auch noch die Atemschutzmaske vor das Gesicht band. Die Beiden schulterten abwechselnd eine Tragestütze mit zwei Eimern, schaufelten das Sand-Torfgemisch zusammen und schleppten es fort.

Nach der knapp 30 Minuten dauernden Plackerei bedankte er sich für das Einsatteam bei den Kollmaraner Wehrführern Kai Schumacher und Karl-Ernst Kruse-Soenke und fuhr mit dem neuen, hochgeländegängigen Allradfahrzeug "Polaris" des LKN zur nächsten Übungseinheit.

Zwischenzeitlich waren die Beobachter, darunter Kreisbrandmeister Frank Raether, eingetroffen. Von dort ging es mit einem Boot auf die Elbe hinaus, wo Thomas Langmaak vom LKN Einzelheiten der Ölbekämpfung anschaulich erläuterte: "Das vermeintliche Öl wird mit Hilfe einer von Schleppern gezogenen langen Ölsperre eingegrenzt und dann von dem dahinter fahrenden Ölauffangschiff Lütt Moor mit zwei seitlichen Ölsperren in einen Tank befördert."

Auf der Elbinsel Pagensand kümmerten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THWs aus Meldorf und Tönning unter anderem auch um das Einsammeln verölter Vögel.

Habeck lobte das Engagement der Einsatzkräfte. "Trotz modernster Technik wäre in einer echten Situation auch immer viel Handarbeit zu leisten. Ohne die Hilfe der dafür ausgebildeten Ehrenamtler wäre der Umgang mit einer solchen Situation nicht machbar."

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