zur Navigation springen

Nabu in Elmshorn : Scharfe Kritik an Südlink-Plänen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Naturschützer fordert Erdverkabelung statt Strommasten.

von
erstellt am 02.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Elmshorns Naturschutzbund (Nabu) ruft zum Widerstand gegen die Südlink-Pläne auf. Der Vorsitzende Hans Helmut Dürnberg fordert die Abkehr von der Freileitung. Sinnvoller wäre es, die Stromleitungen unter der Erde zu verlegen. Die naturschonende Alternative würde bisher aber „aus kaum ersichtlichen Gründen“ ausgeblendet. „Stromleitungen als Vollverkabelung sind weltweit bereits erprobt und können gegenüber Freileitungen schneller geplant, genehmigt und gebaut werden“, sagt der Nabu-Chef.

Trotz Euphorie für die Energiewende fordert Dürnberg die Politiker auf, sich nicht an der veralteten Freileitungstechnik festzubeißen. „Wir erwarten dagegen, dass die von uns gewählten Politiker nachhaltigen Druck auf die Entscheidungsträger in Land und Bund ausüben, um zumindest auf diesem Feld der Energiewende zu einer verträglichen und hinreichend akzeptablen Lösung zu gelangen“, sagt er.

Die Stromtrasse Südlink soll Energie bis nach Süddeutschland bringen – 800 Kilometer weit. Im Dezember hat das förmliche Planungsverfahren begonnen. Politiker aus Marsch und Geest sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete positionierten sich im Februar gemeinsam gegen den geplanten Trassenverlauf über Hetlingen. Sie favorisieren, wie berichtet, eine Route über Glückstadt. Dürnberg findet es verwunderlich, dass Kommunalpolitiker sich für die Freileitungen aussprechen. „In dieser Situation erscheint es dann schon recht befremdlich, dass Kommunalpolitiker – frei nach dem St.-Florians-Prinzip – Freileitungen zwar grundsätzlich toll finden, aber eben nicht bei sich“, so Dürnberg.

Es handle sich bei den Freileitungen um „riesige Metallgittermasten und ein Netzwerk von Stahlseilen, die die bei uns erzeugte Windenergie frei schwebend nach Süden leiten sollen“, so Dürnberg. Diese würden der Energiewende ein zweifelhaftes optisches Markenzeichen verleihen. „Für die Bewohner Elmshorns und der Elbmarschen ist es sicher nicht unbedingt eine beglückende Vision, wenn sie die Sonnenuntergänge in der Marsch zukünftig durch ein dichtes Netz von Gittermasten und Leiterseilen genießen dürfen“, sagt Dürnberg.

Das Verlegen der Kabel in der Erde ist im Vergleich zu Freileitungen deutlich teurer. Laut Dürnberg verfolge der Netzbetreiber Tennet bei der Planung lediglich wirtschaftliche Interessen: „Ihn berührt es auch nicht, dass an Freileitungen alljährlich Tausende von Vögeln und Fledermäusen elendig umkommen. Verluste, die wir unser ohnehin schwer gebeutelten Natur eigentlich nicht mehr zumuten möchten.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen