Elmshorn : Samba am Beckenrand

Bademeister Schaluppke führte  im Elmshorner Freibad Tanzeinlagen mit Badekappen vor.
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Bademeister Schaluppke führte im Elmshorner Freibad Tanzeinlagen mit Badekappen vor.

Keine Angst vor Klischees: Bademeister Schaluppke begeistert Publikum im Elmshorner Freibad

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23. Juni 2014, 16:00 Uhr

Elmshorn | Die Idee liegt ja nun wirklich nahe, aber der Comedian Robbi Pawlik musste erst jahrelang mit seiner Bühnenfigur „Bademeister Schaluppke“ touren, bis er da spielte, wo sie hingehört: im Freibad. Bei den kühlen Temperaturen war es am Freitagabend für den Kölner bestimmt eine Herausforderung, open air in kurzer Hose aufzutreten, aber die meisterte er souverän.

Sein Publikum saß passenderweise auf den Stufen vor dem Kabuff der Badeaufsicht, unter dem vorgezogenen Dach blieb dann noch Platz für die Mini-Bühne, auf der Bademeister Schaluppke sein zweistündiges Programm präsentierte. „Benehmen Sie sich, sonst gehen Sie duschen“, stellte er klar, die Besucher trieb er mit einer Trillerpfeife zusammen.

Als Bühnensau, die ihr Publikum allemal in den Griff bekommt, ist der ehemalige Straßenschaupieler Schaluppke gut. Ob er vom Posieren auf dem Zehner erzählte oder vom Kölner Karneval, sich über „Frau Bindestrich“ lustig machte – ein Typus, den er sehr gern ins Visier nahm – oder über eine polnische Imbissverkäuferin, mit Stimme, Sprache und vor allem Körpereinsatz fesselte er seine rund 90 Zuschauer. Still sitzen bleiben war nicht an diesem Abend. Alle standen zwischendurch auf zur Chakra-Gymnastik-Parodie, bei zu sphärischen Klängen den Muskeln im Gesäß nachgespürt werden sollte.

Organisiert hatten den Auftritt das Stadttheater Elmshorn, das Haus 13 und die Stadtwerke, Träger des Badeparks. „Super, sehr gut“ gefiel es Lars Antosch aus Lägerdorf. „Die Location ist klasse, das Bühnenbild passt“, lobte der Elmshorner Thorsten Axel. Schaluppke bezog es in seine Show ein, als er – am Beckenrand tanzend – schreiend hässliche Badekappen vorführte. Ein Mann um die 50 in kurzen weißen Hosen, die Plautze bläht das in die Hose gesteckte T-Shirt auf, viele Haare sind schon ausgefallen, die große, tropfenförmige Metallbrille mag vor 30 Jahren modern gewesen sein; dieser Mann tanzt in weißen Clogs Samba – und lässt in seiner Parodie erkennen, dass sein Körper sein wichtigstes Instrument ist, das er gut beherrscht. Sogar eine Gesangseinlage – „Frau Budnikowski ist die gute Seele in unserm Kombibad“ – bringt er gut über die Bühne.

Bademeister Schaluppke kennt keine Angst vor Klischees oder Niveauverlust. Der Kölner erzählt von seiner Abneigung gegen Karneval, um anschließend dezidiert schlechte Karnevals-Witze zu erzählen. Er karikiert Akzente und lässt eine Polin mit Heuschnupfen erzählen, dass der Arzt ihr eine „Polenallergie“ attestiert habe. Und erzählt noch einen Witz, der beim Publikum gut ankam: „Deine Mutter klaut bei Kik!“ - „Und deine Mutter steht nackt neben Kik und schreit: ‚Ich bin noch billiger!‘“

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