Fähre Kronsnest : Saisonauftakt für die kleinste Fähre Deutschlands in Neuendorf

Am 1. Mai nahm Deutschlands kleinste Fähre wieder ihren Betrieb auf. Die erste Tour über die Krückau war nicht zuletzt aufgrund von Wind und Regen ein echtes Erlebnis.
1 von 2
Am 1. Mai nahm Deutschlands kleinste Fähre wieder ihren Betrieb auf. Die erste Tour über die Krückau war nicht zuletzt aufgrund von Wind und Regen ein echtes Erlebnis.

Nass und windig startet die Saison der Fähre Kronsnest. Die Fähre ist bis Oktober in Betrieb.

Avatar_shz von
03. Mai 2018, 12:00 Uhr

Neuendorf | Nass, windig, ungemütlich. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Start der Fähre Kronsnest in ihre 26. Saison bringen. Regen, Wind und winterliche Temperaturen machten am Dienstag aus dem Saisonauftakt von Deutschlands kleinster handbetriebener Fähre eine eher triste Angelegenheit. Dabei war der 1. Mai in den Vorjahren stets ein Gut-Wetter-Garant gewesen. Dieses Jahr aber versprühte das malerische Areal an der Krückau im Dauerregen einen Hauch von Melancholie.

Der Fährkahn namens „Hol Över“ dümpelte in den Wellen der Krückau, während der Ufergottesdienst erstmals in der Fährgeschichte vom Freien in die schützende Halle verlegt werden musste. Auch einige Programmpunkte fielen den Wetterunbilden zum Opfer. Dabei hatte der gastgebende Fährverein wie immer viel Mühe in die Vorbereitungen gesteckt. Immerhin bewiesen die Fährfreunde Wetterfestigkeit. Zwar blieben die gewohnten Gästescharen aus, doch angesichts des kalten Nieselregens strömten erstaunlich viele Besucher zum Fähranleger.

Traditionell legt der hölzerne Fährkahn namens „Hol Över“ am 1. Mai das erste Mal ab. Und seit Jahren beginnt die Saisoneröffnung mit einem Gottesdienst auf Neuendorfer Seite. Die Predigt hielten dieses Mal Pastorin Antje Eddelbüttel aus Elmshorn und Pastor Frank Petrusch aus Kollmar.

Eigentlich hätte nach dem Gottesdienst pünktlich um 10 Uhr die kleine Fähr-Glocke als hörbares Zeichen geschlagen, dass die Fähre wieder in Betrieb ist. Doch weil man diesmal in der Halle saß, beließ es Fährvereins-Chefin Petra Sommer beim Ausruf „Fährmann hol över!“.

Sommer dankte in ihrer Eröffnungsansprache allen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. „Wir hier an der Fähre sind eine große Familie, auch wenn es mal einen kleinen Sturm gibt – oder einen größeren“, sagte sie schmunzelnd angesichts des windigen Wetters. Generell seien die Mitglieder des Fährvereins „froh, dass wir hier ein so schönes Fleckchen Erde haben“. Das kleine Stöpenkieker-Museum, das „Sööte Eck“ und nicht zuletzt die eifrigen Fährmänner tragen seit Jahren ihren Teil zum Erlebnis Kronsnest bei. Hinzu kommt das idyllische Gelände direkt hinterm Deich.

Besonders beliebt sind die Thementage wie Kindertag (20. Mai) oder Kartoffeltag (10. September). Noch mehr Besucher strömen, wenn die Fährsaison am 3. Oktober feierlich mit dem Kürbistag beendet wird.

Seit 2016 bietet der Fährverein in Absprache mit den Kirchengemeinden Neuendorf und Seester auch Taufgottesdienste an der Fähre an. Apropos Taufe: Eine Taufe hätte es eigentlich auch zum Saisonauftakt geben sollen. Doch weil das Wetter nicht mitspielte, soll der neue Notkahn, eine Art Begleitboot für die „Hol Över“, nun erst im Rahmen des Kinderfestes offiziell seinen Namen verliehen bekommen.

Regulär geöffnet hat die Fähre Kronsnest im Sommerhalbjahr jeweils am Samstag von 12 bis 18 Uhr und sonn- und feiertags von 10.30 bis 18 Uhr.
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen