Baltic Sea Circle : Rund um die Ostsee in 15 Tagen

Morgen geht’s auf große Fahrt: Nils Heiliger (links) und Thomas Boldt vor ihrem VW-Bus „Ryan“.
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Morgen geht’s auf große Fahrt: Nils Heiliger (links) und Thomas Boldt vor ihrem VW-Bus „Ryan“.

Thomas Boldt aus Kölln-Reisiek und Nils Heiliger aus Tornesch fahren den Baltic Sea Circle fürs Kinderhospiz Sternenbrücke.

shz.de von
13. Juni 2014, 12:00 Uhr

Kölln-Risiek | Das Auto haben Thomas Boldt und Nils Heiliger im Dezember vergangenen Jahres über Ebay gefunden. Der VW-Bus, lackiert in Urban-Grün, passte genau ins vorgegebene Schema der Baltic Sea Circle Rallye 2014: älter als 20 Jahre – und mehr als 2500 Euro haben die beiden Freunde aus Kölln-Reisiek und Tornesch für das vom Vor-Vorbesitzer auf den Namen „Ryan“ getaufte Gefährt auch nicht ausgeben müssen. Und die Onlineplattform erwies sich auch bei den diversen gebrauchten Ersatzteilen – vom Auspuff bis hin zu zwei bequemen Sitzen für Fahrer und Beifahrer – als preisgünstige Alternative. „Nur die Matratzen sind neu. Das haben wir uns gegönnt“, sagt Boldt. Immerhin tauschen die beiden für 15 Tage das heimische Bett mit dem Leben auf vier Rädern.

Start zu der Rallye rund um die Ostsee ist an diesem Sonnabend in Hamburg. Dort werden sie am Sonntag, 29. Juni, auch wieder zurück erwartet. Alles dazwischen ist noch offen, nur einen Termin haben sich die Abenteurer gesetzt: Am 20. Juni wollen sie am Nordkap sein, um dort Thomas Boldts 50. Geburtstag zu feiern. Ebenfalls fest eingeplant ist ein Zwischenstopp in Ergli, der lettischen Partnergemeinde von Kölln-Reisiek – auch wenn es ein leichter Umweg von etwa 100 Kilometern ist. „Im Verhältnis ist das ein Katzensprung“, so Boldt. Die gesamte Strecke umfasst rund 7500 Kilometer.

Für den Bankkaufmann Boldt und den selbstständigen IT-Dienstleister Heiliger, beide Jahrgang 1964, ist es die erste Teilnahme an der Baltic Sea Circle. Ihr Teamname: Lucky 99. Für Abenteuer sind sie aber schon immer zu haben gewesen. „Ich habe schon früher mal ähnliche Geschichten gemacht und bin mit 18 Jahren durch Frankreich getrampt“, erzählt Boldt. Heiliger hielt es mehr mit dem Fahrrad und hat verschiedene Reiseberichte ins Internet gestellt. Darüber haben sie wieder zueinander gefunden, denn eigentlich kennen sie sich noch aus der Zeit an der Realschule Am Probstenfeld in Elmshorn. Von der siebten Klasse an gingen sie den Weg zur mittleren Reife gemeinsam. „Anschließend haben wir uns aber aus den Augen verloren, bis ich 2006 im Internet nach Reiseberichten über Fahrradtouren am Nord-Ostsee-Kanal gesucht habe und auf Nils’ Namen gestoßen bin“, erzählt Boldt. Seither stehen sie wieder regelmäßig in Kontakt – und vergangenes Jahr kam das Ostsee-Abenteuer aufs Tapet. „Ende Oktober haben wir locker drüber gesprochen“, so Heiliger.

Mit der Anmeldung begann dann die Suche nach dem passenden Fahrzeug. „Wir haben zur Adventszeit bei Eis und Schnee in ganz Norddeutschland uns Autos angeguckt. Da hat kein anderer ein Auto gekauft“, erklärt Heiliger lachend den Schnäppchenpreis für den VW T4. Im vergangenen halben Jahr hat das Duo den Oldtimer dann mit Hilfe eines befreundeten Kfz-Mechanikers in einer Werkstatt in Horst-Hahnenkamp Schritt für Schritt aus- und umgebaut für den Baltic Sea Circle. Unter den Lattenrosten der Betten im Heck gibt es jetzt einen ausziehbaren Ladeboden. Zwei Spannungswandler sorgen für 220 Volt, damit während der Rallye auch Ladegeräte für Fotokamera und Laptop benutzt werden können. Zum Abschluss übernahm das Autohaus Elmshorn noch eine kostenlose Inspektion, bei welcher der Bulli noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wurde.

Zu den Auflagen der Rallye gehört auch die Unterstützung eines gemeinnützigen Projektes mit Spenden. Lucky 99 sammelt für das Hamburger Kinderhospiz Sternenbrücke. Die Spender werden mit Namen auf der Schiebetür des Kleinbusses verewigt. „Und dort ist noch viel Platz“, sagt Boldt.

Thomas Boldt und Nils Heiliger führen online ein Tagebuch und sind so auch live zu verfolgen: www.lucky99.de
Die Rallye führt über Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen einmal rund um die Ostsee. Dabei fahren die Teams nicht auf Zeit. Zum Kodex gehört, dass Autobahnen gemieden und Navigationsgeräte nicht benutzt werden. Es nehmen 120 Teams teil. Alle Teilnehmer verpflichten sich, mindestens 750 Euro für Charity-Projekte zu sammeln. www.balticrally.com
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