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Elmshorner Nachrichten

18. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Rot ist keine Qualifikation

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Neuer Stadtrat hat kein Parteibuch

von
erstellt am 22.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Erstmals seit vielen Jahren ist Elmshorns Verwaltungsspitze parteilos. Das soll nicht heißen, dass in der 18 Jahre währenden Ära Brigitte Fronzek im Rathaus Parteipolitik gemacht worden wäre. Aber das parteilose Duo Volker Hatje und Dirk Moritz ist nun eine Garantie dafür, dass bei Entscheidungen stets das Wohl der Bürger und der Stadt an erster Stelle steht.

Elmshorns SPD hätte das gern anders gehabt. Schon früh hatte sich deren Fraktionschef festgelegt und eine Stadträtin oder einen Stadtrat mit sozialdemokratischen Wurzeln gefordert. „Elmshorn ist eine rote Hochburg. Es kann nicht sein, dass beide Spitzenpositionen nicht von SPDlern besetzt sind.“ Dies hatte Lenk sofort nach der Wahl Hatjes zum Bürgermeister gesagt.

Am Donnerstagabend musste Lenk nun lernen, dass die Farbe Rot keine Qualifikation ist. SPD-Kandidatin Dörte Köhne-Seiffert erhielt zwar alle 17 SPD-Stimmen, sämtliche andere Fraktionen entschieden sich jedoch für Dirk Moritz. Der ist ausgewiesener Verwaltungsfachmann, hat jahrelange Führungserfahrung – und eben kein Parteibuch.

CDU, Grüne und FDP haben eine Entscheidung für Moritz getroffen, nicht gegen Köhne-Seiffert. Und das ist richtig so. Gut ist auch, dass Köhne-Seiffert schon angekündigt hat, sich weiter ehrenamtlich in der Elmshorner Kommunalpolitik zu engagieren. Das tut sie seit vielen Jahren mit großem Erfolg und Engagement. Der Wechsel auf die Seite der Verwaltung wäre aber ein Fehler gewesen. Der 34-Jährigen, die nach Studium und Referendariat erst seit Sommer 2012 als Rechtsanwältin tätig ist, fehlt noch die notwendige Erfahrung. Der Wechsel von der Lerngruppe an der Uni zur Lenkungsgruppe einer Verwaltung mit rund 400 Mitarbeitern, wäre zu früh gekommen.

>jan.schoenstedt@a-beig.de

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