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Wechsel in Elmshorn : Rossmann gibt das Zepter weiter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der SPD-Vorsitzende tritt nach 36 Jahren in die zweite Reihe. Raudies soll Partei führen.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Elmshon | Als Beate Raudies 1985 in die Elmshorner SPD eintrat, war Ernst Dieter Rossmann schon vier Jahre Parteichef. „Einen anderen Vorsitzenden habe ich nicht erlebt“, sagt die 51-Jährige. Das sagt alles. 36 Jahre lang stand Rossmann ohne Unterbrechung an der Spitze der Elmshorner SPD. Wenn das Wort Urgestein auf jemanden zutrifft, dann auf den heute 66-Jährigen. Jetzt räumt der gebürtige Elmshorner den Chefsessel. Rossmann tritt am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr als Vorsitzender an. Er spricht von einem „Generationswechsel“ und einem „Neubeginn“. Rossmann wird Raudies als seine Nachfolgerin vorschlagen, ebenfalls eine gebürtige Elmshornerin. „Mein Entschluss steht schon seit zwei Jahren fest“, betont Rossmann.

Der ewige Vorsitzende: In Elmshorn geht eine Ära zu Ende. Rossmann ist ein Sozialdemokrat vom alten Schlag. Ein unermüdlicher Arbeiter. Einer, der sich für nichts zu schade ist. „Das waren gute Jahre“, sagt er mit einem Blick zurück. „Für die Menschen, für die Stadt und für die SPD.“

Rossmann ist ein SPD-Schwergewicht. Der Diplom-Psychologe und Doktor der Sportwissenschaften zog 1987 als jüngster Abgeordneter der SPD-Fraktion in den Kieler Landtag ein. Seit 1998 sitzt er im Bundestag, ist heute der Drittälteste in der Bundestagsfraktion. Er ist ehrenamtlich als Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes und als Mitglied im Hochschulrat der Europa-Universität Flensburg tätig. „Doch das liebste aller Ämter war für mich der Parteivorsitz in Elmshorn“, sagt er in seiner bekannt nüchternen Art. Dicht dran an den Menschen, politisch etwas bewegen: Das mag er an der Arbeit in seiner Stadt. Der Berliner Abgeordnete hat seine Wurzeln nie vergessen, sich seine Bodenständigkeit trotz des aufgeregten Hauptstadtbetriebes bewahrt. Seine wichtigste Aufgabe als Parteichef? Da muss er nicht lange überlegen. „Vertrauensarbeit nach innen und nach außen“, zitiert er Herbert Wehner. Motivieren, zusammenhalten, dafür sorgen, dass die Mitglieder sich inhaltlich einbringen können: Das war 36 Jahre lang sein Job. „Sozial. Gerecht. Vor Ort.“ Diesen politischen Dreiklang hat er sich zur Maxime seiner Arbeit gemacht.

35 Wahlkämpfe hat Ernst Dieter Rossmann als Elmshorner Parteichef in 36 Jahren geführt. Jetzt soll Beate Raudies das Ruder übernehmen.
35 Wahlkämpfe hat Ernst Dieter Rossmann als Elmshorner Parteichef in 36 Jahren geführt. Jetzt soll Beate Raudies das Ruder übernehmen. Foto: Christian Brameshuber
 

Nun soll Raudies auf dem Chefsessel des 250 Mitglieder zählenden Ortsvereins Platz nehmen. Zum ersten Mal in der 153-jährigen Geschichte der Elmshorner SPD würde damit eine Frau an der Spitze der Partei stehen. Rossmanns Wahl-Vorschlag ist wahrlich keine Überraschung. Die Diplomfinanzwirtin war zwölf Jahre lang Fraktionschefin in Elmshorn. Sie ist langjähriges Vorstandsmitglied und seit 2012 Landtagsabgeordnete im Kieler Landtag. Raudies freut sich auf die neue Aufgabe, hat gleich die Kommunalwahl 2018 vor der Brust, die sie – natürlich – „gewinnen will“.

Nein, so ganz kann Rossmann dann doch nicht loslassen: Er wird als Beisitzer für den Vorstand kandidieren. „Meine Entscheidung ist ja kein Abschied aus der Politik.“ Der Mann tritt mit seinen 66 Jahren nur einen Schritt zur Seite, um Beate Raudies nach vorn zu lassen.

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