Kölln-Reisiek : Röder kündigt Rücktritt an

Karin Röder  (SPD) wird nach fast 19 Jahren ihr Amt als Bürgermeisterin von Kölln-Reisiek niederlegen.

Karin Röder  (SPD) wird nach fast 19 Jahren ihr Amt als Bürgermeisterin von Kölln-Reisiek niederlegen.

Kerstin Frings-Kippenberg soll Bürgermeisterin werden. Wechsel Ende Januar.

shz.de von
17. Dezember 2015, 00:32 Uhr

KÖLLN-REISIEK | Das ist eine faustdicke politische Überraschung kurz vor Jahresende: Kölln-Reisieks Bürgermeisterin Karin Röder (SPD) hat angekündigt, ihr Amt niederzulegen. Ein neues Gemeindeoberhaupt soll während der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. Januar, gewählt werden. Die Fraktionsvorsitzenden der beiden in Kölln-Reisiek vertretenen Parteien CDU und SPD, Ulrich Schley und Peter Lindemann, wurden in diesen Tagen per E-Mail informiert. Designierte Nachfolgerin Röders ist die derzeitige 2. stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Frings-Kippenberg (ebenfalls SPD). Die Sozialdemokraten stellen mit elf Sitzen die absolute Mehrheit in dem Gremium; die CDU hat sechs Abgeordnete.

„Man soll zur richtigen Zeit sagen: Jetzt ist es gut und dann dürfen es Jüngere machen“, sagte Karin Röder. Sie sei weder krank, noch seien irgendwelche Dinge vorgefallen, die ihr das Amt verleideten. Im Gegenteil: „Es sind jetzt fast 19 Jahre, die ich Bürgermeisterin bin – und die waren gut.“ Zeichen von Amtsmüdigkeit hatte Röder nicht erkennen lassen.

Daher reagierte Oppositionsführer Ulrich Schley überrascht auf Röders Ankündigung. Der CDU-Orts- und Fraktionsvorsitzende witterte „Betrug am Wähler“, da der sich nun angekündigte Wechsel nicht vor der Kommunalwahl im Mai 2013 kommuniziert worden war. Jürgen Wemmel, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes, sah dies verständlicherweise nicht so. Ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt sei sinnvoll. „So kann sich die neue Bürgermeisterin richtig einarbeiten“, sagte er. Zudem stehe Röder, die ihr Mandat behalten will, mindestens bis Ende der Wahlperiode als Ratgeberin zur Verfügung.

Röder sitzt seit 1974 ununterbrochen im Ortsparlament und war im April 1997 Bürgermeisterin ihrer Gemeinde geworden, in der sie geboren und aufgewachsen ist. Auch damals erfolgte der Wechsel von dem vor etwas mehr als einem Jahr verstorbenen Erich Schulz zur inzwischen pensionierten Studienrätin zur Halbzeit einer Wahlperiode. Und noch eine Parallele gibt es zwischen Röder und den ihr gern als Vorbild genannten Erich Schulz: Wenn sie sich Ende Januar aus der ersten Reihe zurückzieht, ist die ehemalige Lehrerin 68; so alt war Schulz auch, als er die Geschicke der Gemeinde in die Hände seiner nun vor dem Abschied stehenden Nachfolgerin legte.

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