Rettungsmission als Wettlauf gegen die Zeit

Die Knechtschen Hallen stehen seit 2006 leer. Für das gesamt Areal mit Kranhaus und Cita-Strom-Gebäude (beide im Besitz der Stadt) wird eine stadtplanerische Lösung gesucht.
Die Knechtschen Hallen stehen seit 2006 leer. Für das gesamt Areal mit Kranhaus und Cita-Strom-Gebäude (beide im Besitz der Stadt) wird eine stadtplanerische Lösung gesucht.

Die Knechtschen Hallen: Einst Zeugnis der Elmshorner Industriegeschichte, heute eine Ruine. Seit Jahren geht nichts voran, können sich Eigentümer Frank Sachau und die Stadt Elmshorn nicht über eine Nutzung des Gebäudekomplexes einigen. Dabei kommt den Hallen innerhalb des Stadtumbaus West eine

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04. November 2017, 17:30 Uhr

Eine Industrieruine mitten in Elmshorn: Die Knechtschen Hallen stehen seit 2006 leer. Die Gebäude, in denen einst das Lager von Teppich-Kibek untergebracht war, rotten vor sich hin, verfallen weiter. Die Industriebrache liegt im Herzen des Sanierungsgebiets Krückau-Vormstegen. Hier will die Stadt Elmshorn in den kommenden Jahren ein modernes und attraktives Quartier gestalten, mit vielfältigen Nutzungen. Sie setzt auf ein Kultur- und Wirtschaftszentrum sowie eine öffentliche Nutzung für kulturelle Verkaufsflächen und Werkstätten.

Doch für die Knechtschen Hallen (Hallen I, II und III) mit den sich anschließenden Kranhaus und dem Cita-Strom-Gebäude gibt es bisher keine Lösung zwischen der Stadt und dem Eigentümer Frank Sachau. Es ist auch keine in Sicht. Politik und Stadt auf der einen Seite und Sachau auf der anderen liegen – ganz im Gegenteil – meilenweit auseinander. Großflächigen Einzelhandel will die Stadt an dieser Stelle verhindern. Andreas Hahn (CDU) verweist dabei auf das Einzelhandelsgutachten. „Der Zustand der Hallen ist für Elmshorn schlecht. Wir müssen daran etwas ändern“, mahnt der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses. Doch argumentativ bewegten sich Sachau und die Stadt auf „zwei unterschiedlichen Stockwerken“.

Die Optionen: Die Stadt könnte Sachau das Grundstück abkaufen. Das scheiterte bisher am geforderten Preis. Sachau könnte das Areal selbst entwickeln oder an einen Investor verkaufen.

Die Probleme: Die Hallen liegen nicht nur im Sanierungsgebiet. Die Entwicklung muss sich auch in den Rahmenplan für den Stadtumbau West eingliedern. Zudem steht das Gebäudeensemble seit 2015 unter besonderem Denkmalschutz. Auch die Altlastenfrage – von 1914 bis 1928 war eine Lederfabrik in den Gebäuden untergebracht – birgt Risiken. Voraussetzungen, die Investoren – und die gab es und gibt es – eher abschrecken.

Die Rettung der Knechtschen Hallen ist längst zum Wettlauf gegen die Zeit geworden. Es gibt keine Wintersicherung für die Gebäude. Frost und Feuchtigkeit beschleunigen den Verfall, führen zu irreparablen Schäden im Mauerwerk.

Der Zustand von Halle III ist noch am besten. Das geht aus einem Gutachten der Stadt Elmshorn aus dem Jahr 2014 hervor. Die Gebäude befinden sich auf einem 9600 Quadratmeter großen Grundstück. Die drei Hallen umfassen eine Gesamtgeschossfläche von 20 000 Quadratmetern.

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