Resignation an der Beethovenstraße

Die Hochhäuser in der Beethovenstraße mit den außen liegenden Aufzügen.
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Die Hochhäuser in der Beethovenstraße mit den außen liegenden Aufzügen.

shz.de von
06. Januar 2018, 16:45 Uhr

Die meisten Bewohner der Hochhäuser in der Beethovenstraße haben resigniert aufgegeben. Immer wieder haben sie mit dem Wohnungsbauunternehmen Vonovia wegen den verschiedensten Mängeln Kontakt aufgenommen, aber die versprochene Abhilfe war nie gekommen. „Es hat ja doch alles keinen Sinn“, sagt Renate Dreyer. Als die Heizung zehn Wochen ausfiel, saß sie auf ihrem Sofa unter dicken Wolldecken, und als es keinen Aufzug gab, half sie ihrer älteren Nachbarin die Treppen herunter.

Die Bewohner der Hochhäuser – viele sind Hartz-IV-Empfänger – halten zusammen. Aber wehren können sich die meisten nicht. Viele sprechen kaum deutsch, viele sind krank. „Die Vonovia weiß, dass sie immer ihr Geld kriegt“, sagt Michael Kurzhals aus dem achten Stock. „Deshalb macht sie nichts.“ Erst nachdem er die Presse eingeschaltet hat, habe die Vonovia Klempner und Techniker geschickt. Das war so bei den fehlenden Brandmeldern und dem undichten Treppenhaus bei seinem Einzug im März, später auch bei der defekten Heizungsanlage. Einen Telefonanschluss haben die Bewohner des Hauses 17 allerdings auch noch nach einem Jahr nicht. Ein Bagger hatte das Telefonkabel bei den Renovierungsarbeiten nach dem Brand im Jahr 2014 gekappt. Jetzt hängt im Haus ein Zettel, dass die Anschlüsse aus dem Haus 13 genutzt werden sollen, um Haus 17 zu versorgen – nur: Renate Dreyer aus Haus 13 berichtet, dass sie seit März auch hier kein Telefon mehr hat. Seitdem stritten sich Vonovia und die Telekom über die Zuständigkeiten.

Immerhin: Die Fernsehkabel für acht Wohnungen, die seit einem Jahr lose auf einem Balkon im sechsten Stock von Haus 13 liegen, will Vonovia laut einer Pressesprecherin möglichst bald in die höheren Etagen ziehen. Auch der Schimmel, den es in zwei Wohnungen gibt, soll entfernt werden. Außerdem will sich der Regionalleiter des Wohnungsunternehmens am 16. Januar mit Michael Kurzhals zu einem Gespräch zusammensetzen.

So langsam das Unternehmen bei der Beseitigung von Schäden ist, so schnell ist es bei der Erhöhung der Mieten. In Haus 13 funktioniert zwar der neue Fahrstuhl noch nicht, aber die Mieterhöhung von rund 60 Euro für die Sanierung verlangt die Vonovia bereits seit Dezember.

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