Rattengift, Vitamin K und ein schwuler Tierpfleger

Possierlich: Auch die Kolonie der Nasenbären war bei Hagenbeck vom Gifttod bedroht.  Foto: lno
Possierlich: Auch die Kolonie der Nasenbären war bei Hagenbeck vom Gifttod bedroht. Foto: lno

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01. Oktober 2009, 11:33 Uhr

Hamburg | Das war ganz knapp: Im Hamburger Tierpark Hagenbeck wären um ein Haar Dutzende Tiere den Gifttod gestorben. Ein Tierpfleger hatte versehentlich Rattengift unter das Futter von Kranichen, Pelikanen, Nasenbären, Kamelen, Hirschen und Antilopen gemischt. Noch während sich zwei Weinacken-Kraniche daran machten, ihren Hunger zu stillen, bemerkten der Mitarbeiter und ein Kollege den Irrtum. "Das vergiftete Futter ist nicht mehr an andere Tiere ausgegeben worden", sagte Tierpark-Sprecherin Tanja Königshagen.

Den beiden Kranichen verabreichte Tierarzt Michael Flügger sofort Vitamin K zur Neutralisierung. Gerade noch rechtzeitig. Flügger betonte: "Die beiden zeigten keinerlei Krankheitssymptome." Im schlimmsten Falle wären vermutlich 50 Tiere am Gift verendet. Der Vorgang ereignete sich bereits vor drei Wochen, wurde aber erst jetzt bekannt.

Ursache des Malheurs sei Unachtsamkeit gewesen. Allerdings seien die Tüten mit dem Rattengift auch nicht gesondert gekennzeichnet gewesen, räumt die Sprecherin ein. "Das haben wir inzwischen geändert." Der Mitarbeiter, der sich in der Probezeit befand, wurde entlassen. Gerüchte im Internet, der schwule 44-Jährige sei in Wahrheit gefeuert worden, weil er ein Buch mit homosexuellem Hintergrund veröffentlicht hatte, widerspricht Tanja Königshagen. "Wir hatten ihm zuvor sogar ausdrücklich erlaubt, für sein Buch in einem Schwulen-Magazin zu werben."

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