zur Navigation springen

Kinder-Uni in Elmshorn : Rasante Frackträger unter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Im Rahmen der Kinder-Uni hält Professor Culik in der Nordakademie einen Vortrag über Pinguine. Die zweite Vorlesung ist am 22. März.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 16:30 Uhr

Elmshorn | Die große Aula der Nordakademie ist mit knapp hundert Besuchern gut besucht. Interessiert verfolgen die Studenten den Vortrag von Professor Boris Culik, einige melden sich bei Fragen zu Wort, andere machen sich eifrig Notizen. Es ist eine Atmosphäre wie bei einer richtigen Vorlesung an der Universität. Nur dass die Studenten Kinder zwischen acht und zwölf Jahre alt sind. Und dass es sich um einen Vortrag im Rahmen der Kinder-Uni handelt, die die Familienbildungsstätte jetzt seit fast zehn Jahren zusammen mit der Nordakademie anbietet.

Professor Culik versteht es, sein junges Publikum zu fesseln. Eine Stunde lang hängen die Kinder an seinen Lippen. Culik hat einen großen Vorteil: Der Meeresbiologe ist Pinguin-Forscher. Schon als die ersten Bilder der possierlichen Tiere im Frack auf der Beamer-Leinwand erscheinen, hat er seine Zuhörer auf seiner Seite. „Oh, wie niedlich“, rufen mehrere Mädchen. Großes Gelächter gibt es kurz darauf, als Culik ein Video von Pinguinen zeigt, die auf dem Bauch über eine Eisscholle ins Wasser „surfen“.

Anstatt trockener Fakten bietet der Meeresbiologe seinem Publikum abwechselnd abenteuerliche Geschichten aus seinem Forschungsalltag und Fakten über das Leben, die Gewohnheiten und die Eigenschaften von Pinguinen anhand von Fotos und anschaulichen Beispielen.

Die nächste Kinder-Uni-Vorlesung gibt es am Dienstag, 22. März, um 17 Uhr. Dann nimmt Forschungstaucher Dr. Uli Kunz sein Publikum mit auf seine Expeditionen in versunkene Höhlen. Kinder zahlen fünf Euro. Diesmal dürfen Eltern dabei sein, sie zahlen acht Euro. Anmeldungen bei der Familienbildungsstätte unter 04121-981610.

So erfahren die Kinder etwa, dass Königspinguine bis zu 300 Meter tief tauchen können – „das ist ungefähr so tief, wie der Hamburger Fernsehturm hoch ist“. Und dass Pinguine zwar mit Albatrossen verwandt sind, aber trotzdem nicht richtig fliegen können. Um in die Luft abzuheben, so haben findige Wissenschaftler ausgerechnet, müssten sie nämlich beim Anlauf nehmen 400 Stundenkilometer erreichen. Und dafür, schlussfolgert Culik, „sind ihre Beine einfach zu kurz“. Dafür stecken die Tiere einen Spitzensportler wie Michael Phelps beim Schwimmen locker in die Tasche. Denn sie nutzen den Auf- und Abschwung ihrer Flügel, um sich höchst effizient fortzubewegen. Beim Schwimmen wirbeln sie kaum Wasser auf, Phelps dagegen – Culik beweist es anhand eines Videos – „plantscht“ höchst unelegant durch seine Wettkampfbahnen. „Menschen sind zum Schwimmen einfach nicht gebaut. Sie können aber besser laufen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen