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Elmshorner Nachrichten

23. Oktober 2017 | 16:20 Uhr

Randlagen haben es schwer

vom

Entwicklungsbedarf: Vor allem die Innenstadt-Gebiete östlich des Bahnhofs benötigen eine Auffrischung

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Elmshorn | Es ist schon ein kleines Drama was sich in der Innenstadt außerhalb der Königstraße abspielt. Nur einen Katzensprung entfernt von der Elmshorner City hat das große Einzelhandelssterben eingesetzt. Gastronomie und Handel haben gerade nicht das glückliche Ende des Regenbogens erwischt, kaum jemand hört in den Gesprächen mit den Unternehmern Zufriedenheit. Die letzte Hiobsbotschaft in einer langen Reihe von schlechten Nachrichten ist die gescheiterte Revitalisierung des Gebietes an der Kleiststraße. Vielfältig, kleinteilig, hübsch sollte der Bereich umgestaltet werden. Doch geblieben ist Tristesse, Leerstand, Verzweiflung.

"Die Randlagen sind eine große Herausforderung für die Zukunft", sagt Stadtrat Volker Hatje. Das Augenmerk der Stadt lag lange Zeit auf dem inneren Kern der Stadt - die City oder vielmehr Die Kö. Mit dem Sanierungsgebiet Vormstegen soll der Kern größer werden. Doch das hilft den Unternehmern im Norden der Innenstadt nicht weiter. Viele ächzen unter der Last des Internethandels und der Stiefmütterlichen Behandlung der Stadt. Das soll sich ändern.

Im Zuge der anstehenden Bahnhofsumgestaltung müssen diese Räume deshalb wieder stärker in den Fokus gelangen, erklärt Hatje. Handel und Gewerbe in der Kleiststraße, Friedensstraße, Bauerweg, Mühlenstraße oder auch Holstenstraße sollen lebensfähige Zentren mit eigener Anziehungskraft werden.

Der erste Versuch an der Kleiststraße ist gescheitert. Unterhalb des ehemaligen Bowling-Centers sollte ein Fachmarktzentrum entstehen. Mit Anbindung an die neuen Märkte Rewe, dm und Lidl - quasi eine Verlängerung der City östlich vom Bahnhof. Doch Investoren sprangen zuhauf ab. Die Anfangseuphorie ist verflogen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt dennoch: Zurzeit prüft wieder ein Kapitalgeber Konzepte für den Bereich. Parkpalette, Wohnraum, Kindergarten sind im Gespräch.

Der Discounter und Sonderpostenmarkt Tedi macht dort bereits sein Geschäft. Der Modemarkt KiK sowie ein Nahversorger ebenfalls. In der Friedensstraße haben die Motorrad-Rocker "Dirty Packs" die ehemalige Kneipe "Rics" übernommen. Auch die Mühlenstraße erlebt einen neuen Frühling. Das allein reicht nicht aus, um große Akzente für die Randgebiete der Innenstadt zu setzen. Dies sind noch keine starken Magneten. Vielerorts dort ist die Entwicklung stehen geblieben. Die Lage ist, wie Hatje sagt, noch "eine große Herausforderung".

Es ist vielleicht Science Fiction davon auszugehen, dass die Stadt den sprichwörtlichen Graben zwischen Königstraße und der weiteren Innenstadt adhoc überwinden könne. Zu wünschen wäre es.

Oder: Wer sich der Nachteile der Randlagen bewusst ist und die Vorteile zu nutzen weiß, kann aber durchaus erfolgreich werden. Flausen im Kopf helfen da nirgendwo weiter: Nüchterne Business pläne anstatt Illusionen führen zum Erfolg. Dabei müssen alle Beteiligten an einen Tisch und lebensfähige Lösungen gefunden werden. Das ist eine Chance, aber nicht die Garantie zu überleben.

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