Pumpen für Jogis Jungs

Volker Ahrens ist seit 2002 Geschäftsführer des Wasserwerkes Horstmühle.
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Volker Ahrens ist seit 2002 Geschäftsführer des Wasserwerkes Horstmühle.

Fußball-WM sorgt für Spitzenverbrauch im Bereich des Wasserwerks Horstmühle

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12. Juni 2018, 15:42 Uhr

Am Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Am Sonntag steigt die deutsche Elf in das Turnier ein. Am 15. Juli findet das Finale in Moskau statt – hoffentlich mit der deutschen Nationalmannschaft. Wenn Jogi Löw und seine Jungs ihren Traum von der Titelverteidigung wahr machen sollten, wird auch das Wasserwerk in Horst Höchstleistung bringen müssen. Denn während der WM sind Stoßzeiten vorprogrammiert. „Vor allem die Halbzeiten haben es in sich“, verrät Volker Ahrens. Der 55-Jährige ist seit 2002 Geschäftsführer des Wasserwerks Horstmühle. Wenn alle Fußball-Fans gleichzeitig zur Toilette gehen würden, sei der „Effekt hier sehr gut ablesbar“.

Das WM-Finale dürften bei deutscher Beteiligung etwa 30 Millionen deutsche Fußballfans sehen. Gut jeder dritte Bundesbürger wird also den Fernseher einschalten. Und dabei das ein oder andere Kaltgetränk genießen. Die Halbzeit ist dann der Moment, in der die halbe Nation Richtung WC stürmt. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass auch ein modernes Wasserwerk an seine Leistungsgrenze stößt. Auch die Hitzewelle der vergangenen Wochen ist an dem Horster Wasserwerk nicht spurlos vorbeigegangen. Der ausbleibende Regen sorgte für einen großflächigen Dauereinsatz von Beregnungsanlagen. „Und auch das Nutzvieh braucht viel Wasser“, sagt Ahrens. In den vergangenen beiden Wochen musste der Wasserdruck deshalb immer mal wieder heruntergedreht werden und es kam teilweise bei den Endverbrauchern nicht so viel Wasser an wie gewohnt.

Erst die Hitzewelle, nun also die Weltmeisterschaft. Doch das Horster Wasserwerk ist gewappnet. 308 Quadratkilometer umfasst das Gebiet, das von Horstmühle versorgt wird. Es reicht von Glückstadt bis nach Lutzhorn, und vom Süden der Stör bis hinunter zur Krückau. 28 Gemeinden sind angeschlossen, darunter ein Teil von Glückstadt, Horst, Neuenbrook, Süderau, Herzhorn und Kiebitzreihe. Rund 28000 Einwohner werden insgesamt von Horst-Hahnenkamp aus mit Wasser versorgt. Betreiber des 17 Mitarbeiter starken Unternehmens ist der Wasserverband Krempermarsch, dessen Mitglieder sich aus den Grundstückseigentümern im Verbandsgebiet zusammensetzen.

Ahrens zur Seite steht Verbandsvorsteher Harm Kühn. „Gegründet wurde unser Verband im Mai 1953“, erklärt Ahrens. 1957 ging das Wasserwerk in Betrieb, 1974 wurde es auf den heutigen Leistungsstand erweitert. Die Qualität des Horster Trinkwassers ist laut Ahrens „top“. 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser werden von Horstmühle aus Jahr für Jahr in die angeschlossenen Gemeinden gepumpt. Allein die Hauptleitungen messen stolze 410 Kilometer, hinzu kommen noch einmal 310 Kilometer an Hausanschluss-Leitungen.

Großartig aufbereitet muss das Wasser nicht werden, da „es schon von Natur aus eine sehr gute Qualität besitzt“, so Ahrens. Lediglich Eisen und Mangan würden entfernt. Sechs bis zehn Grad ist das Wasser warm, das das Werk über eine der fünf Hauptleitungen verlässt. Auch hier wird nicht nachgeholfen, „wir kühlen nicht, und erwärmen das Wasser auch nicht“, sagt Ahrens. Bleibt nur noch der Preis zu klären: 78 Cent netto pro Kubikmeter kostet das wertvolle Nass aktuell. Der Preis steigt natürlich auch dann nicht, wenn während des WM-Finales die Belastungsgrenze des Wasserwerks erreicht wird.


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