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Elmshorn : Pro Bahn fordert mehr Busse am Sonntag

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Fahrgastverband fordert, dass die Betriebszeiten der beiden Hauptlinien 6501 und 6502 sonntags auf den Vormittag auszuweiten. Die Politiker stehen dem Anliegen von Pro Bahn generell positiv gegenüber.

Der Elmshorner Stadtbusverkehr ist eine Erfolgsgeschichte. Die Fahrgastzahlen gehen ständig nach oben. Deshalb hat der Fahrgastverband Pro Bahn gefordert, die Betriebszeiten der beiden Hauptlinien 6501 und 6502, zum kommenden Fahrplanwechsel sonntags auf den Vormittag auszuweiten.

„Immerhin ist Elmshorn in der Metropolregion Hamburg gelegen und im Hamburger Verkehrsverbund, der Stadtbusverkehr jedoch verkehrt sonntags erst mittags. Das geht nicht“, sagt Sigrid Pohlmann, Vorsitzende des Pro-Bahn-Regionalverbands Westholstein. Die Forderung nach einer Ausweitung der Betriebszeiten der Linien 6501 und 6502 begründet der Fahrgastverband auch mit dem sich verändernden Nutzungsverhalten der Fahrgäste. „Viele Fahrgäste nutzen Bus und Bahn heute nicht nur, um werktags zur Arbeit zu pendeln, sondern auch sonnabends, um Einkäufe zu erledigen, und sonntags, um Ausflüge zu machen“, sagt Pohlmann.

Die Chance, dass diese Forderung umgesetzt wird, besteht durchaus. Die Politiker stehen dem Anliegen von Pro Bahn generell positiv gegenüber. Sie erwarten allerdings, dass der Bedarf der Bürger für die Ausweitung des bisherigen Busangebots nachgewiesen wird. Rund 2,15 Millionen Fahrgäste nutzten im vergangenen Jahr die Linien des Elmshorner Stadtbusverkehrs. Das entspricht einer Steigerung um 6,4 Prozent. Und diese Steigerung ist kein Einzelfall. Laut Pro Bahn sind die Fahrgastzahlen seit 2004 um sagenhafte 115 Prozent (!) nach oben geschnellt.

Die SPD steht laut Fraktionschef Ulrich Lenk dem Ansinnen grundsätzlich positiv gegenüber: „Wir sind gern bereit, darüber nachzudenken.“ Er sagt aber auch: „Der Bedarf muss nachgewiesen werden. Wenn die Busse fast leer durch die Stadt fahren, ist das nicht machbar.“

Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken geht davon aus, dass der Bedarf vorhanden ist. Wenn es nach ihm geht, wird die mögliche Ausweitung des Sonntagsverkehrs schon in den jetzt anstehenden Haushaltsberatungen behandelt. „Das wäre eine sinnvolle Ausweitung des Angebots. Entscheiden muss die Politik“, sagt er. Stadtrat Volker Hatje ist skeptischer: „Es hat vor Jahren den Versuch gegeben, die Linien auf den Sonntagvormittag auszuweiten. Der Bedarf war aber nicht da.“ Die Forderung von Pro Bahn hält er zwar für nachvollziehbar. Er glaubt aber nicht, dass viele Bürger das Angebot nutzen werden.

Der Preis, den Elmshorn für Erfüllung der Pro-Bahn-Forderung zahlen müsste, ist vergleichsweise gering: Rund 5000 Euro jährlich. „Das ist eindeutig. Das hat die Ausschreibung 2009 ergeben“, bestätigt Claudius Mozer, Verkehrsplaner der für Elmshorn zuständigen Südholstein Verkehrsgesellschaft.

Volle Unterstützung bekommt Pro Bahn von den Grünen: „Das haben wir schon vor zwei Jahren gefordert“, sagt Pressesprecherin Regine Wilms. Viele Menschen müssten heutzutage sonntags arbeiten, ältere Bürger würden sonntags mit dem Bus zur Kirche fahren, lautet ihre Begründung. Auch Christian Saborowski, Chef der CDU-Fraktion, lehnt die Forderung von Pro Bahn nicht grundsätzlich ab. „Wir sind da offen. Wenn die Fahrgastzahlen das hergeben, können wir das machen“, sagt er. Er hat allerdings große Zweifel, ob die Zahlen eine Ausweitung des Busverkehrs auf den Sonntagvormittag hergeben. Saborowski hält das für „eher unwahrscheinlich“. Und ohne ausreichende Nachfrage seien die Kosten nicht zu rechtfertigen. Die CDU, so der Fraktionsvorsitzende, setze eher auf eine höhere Busfrequenz an den Wochentagen. „Das hat für uns Vorrang“, sagt er.

Sigrid Pohlmann verweist zudem auf die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 geplanten Verbesserungen im Verkehrsangebot der Bahn. Dann würden nämlich auch sonntags mehr (stündlich zwei) schnelle Verbindungen nach Kiel und jeweils drei schnelle Verbindungen nach Hamburg-Hauptbahnhof angeboten werden.

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erstellt am 15.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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