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Elmshorner Nachrichten

19. Oktober 2017 | 06:05 Uhr

Krempe : Privatschule als Lösung?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ganz kampflos wollen die Kremper ihren Schulstandort nicht räumen: Nachdem zuletzt auch laute Proteste vor dem Landeshaus das Aus der Gemeinschaftsschule nicht stoppen konnten, wird nun eifrig nach Alternativen gesucht

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Neuer Plan in Krempe: Die großzügig bemessenen Räumlichkeiten der Gemeinschaftsschule könnten in eine Außenstelle der Elmshorner Leibniz-Schule umfunktioniert werden. Die private betriebene Bildungseinrichtung erlebt derzeit einen Boom. Schon rund 1000 Schüler werden hier unterrichtet – unter ihnen auch zahlreiche aus dem Kreis Steinburg und auch aus dem Einzugsgebiet Krempe.

Laut Schulverbands-Vorsitzendem Volker Haack ist ein erstes Gespräch mit den Betreibern der Leibniz-Schule bereits geführt worden. Dort sei zumindest schon Interesse signalisiert worden. „Unsere Infrastruktur ist auch top“, bringt Haack ideale Voraussetzungen in die Verhandlungen ein. Er betont weiter: „Wir sind in alle Richtungen offen.“ Am Mittwoch, 25. September, soll um 20 Uhr in der Mensa ein Informationsabend vor allem für Eltern angeboten werden. Hier wollen die Vertreter der Leibniz-Schule über ihr Bildungskonzept informieren und ihre Schule vorstellen. „Wenn es mit der staatlichen Schule nicht klappt, dann gibt es ja auch private Partner“, macht Volker Haack deutlich, dass „wir uns nicht alles gefallen lassen wollen“.

Unterdessen hat der Schulverband nach Vorlage des schriftlichen Bescheids zum Auslaufen der Gemeinschaftsschule jetzt auch das Land verklagt. Gemeinsam mit einer Fachanwältin für Verwaltungsfragen wollen die Kremper wenigstens den finanziellen Schaden in Grenzen halten. Das Problem: Wenn Schüler aus Krempe und Umgebung an anderen weiterführenden Schulen unterrichtet werden, müssen die Heimatgemeinden sich an den Kosten (1500 Euro pro Jahr und Kind) beteiligen. Gleichzeitig sitzt der Schulverband aber auf einer Investitionsruine.

So war in den vergangenen Jahren rund eine Million Euro in eine Modernisierung des Schulzentrums gesteckt worden. Unterm Strich bleibt Krempe auf regelmäßigen Mehrkosten von 36 000 Euro sitzen. „Da sind wir ideenreich“, kündigt Volker Haack einen intensiven Kampf ums Geld an. In einer ersten Reaktion habe man in Kiel wenig Hoffnung auf Erfolg gemacht. Die Klage sei dennoch eingereicht worden, um die erforderlichen Fristen wahren zu können.

Ungelöst bleibt ein weiteres Problem: Viele potenzielle Gemeinschaftssschüler aus Krempe und Umlandgemeinden weichen nach Glückstadt, Itzehoe oder Horst aus. Eine Schülerbeförderung gibt es aber nur zur nächsten zuständigen Schule.

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