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Der Regisseur im Interview : Premiere des „Katzenstegs“ an der Dittchenbühne

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Premiere des „Katzenstegs“ wird am 26. Februar an der Elmshorner Dittchenbühne gefeiert. Wir haben mit Regisseur Klaus Falkhausen gesprochen.

Elmshorn | Am Freitag feiert der „Katzensteg“ an der Dittchenbühne in Elmshorn Premiere. Das Schauspiel, das Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt auf Grundlage des Romans „Der Katzensteg“ des ostpreußischen Schriftstellers Hermann Sudermann (1857 – 1928) geschrieben hat, wurde inszeniert von Schauspieler und Regisseur Klaus Falkhausen. Er absolvierte seine Schauspielausbildung in Kiel. Nach Engagements in Stuttgart, Kiel, Dortmund, Bremen, Wien und Wunsiedel lebt und arbeitet er seit 1991 hauptsächlich in Hamburg – seit 1995 am Altonaer Theater – etwa in der Rolle des Direktor Knauer in der „Feuerzangenbowle“. Seit 2010 engagiert sich Falkhausen auch als Dozent für Schauspiel bei der Hamburger Stageart-Musical-School. shz.de sprach mit Klaus Falkhausen über die Regiearbeit und das Stück.

Wie hat sich für Sie die Regiearbeit an der Dittchenbühne gestaltet?
Ich kenne die Dittchenbühne seit gut zwölf Jahren und habe mich gefreut, wieder einmal mit den unglaublich motivierten und talentierten Darstellern der Bühne arbeiten zu können. Dazu kam, dass Raimar Neufeldt mit seiner Bearbeitung des Romans „Der Katzensteg“ eine wirklich tolle Theatervorlage geschaffen hat. Es ist ein sehr ambitioniertes Stück, mit Hass und Leidenschaft, mit Neid, Intrigen und Gewalt – geradezu wie bei Shakespeare. Die Arbeit mit dem gesamten Team der Dittchenbühne hat mir viel Spaß gemacht – und ich freue mich jetzt sehr auf die Premiere.

Wie haben Sie sich das Stück „Der Katzensteg“ selbst erarbeitet?
Natürlich habe ich zuerst den Roman von Sudermann gelesen und mir die Verfilmung aus den 70er-Jahren angeschaut. Dazu habe ich dann die Bühnenfassung von Raimar Neufeldt gelesen und gleich gemerkt, wie gut diese Fassung ist, wie adäquat sie die Romanhandlung in eine Bühnenhandlung verwandelt. Und natürlich überlegt man sich, welche Essenz das Stück hat, was für Kernmomente es gibt – denn das sind die eigentlichen Ansätze für die Regiearbeit, für die Zusammenarbeit mit den Darstellern.

Worauf haben Sie bei der Regie für den „Katzensteg“ besonders geachtet?
Wir haben es an der Dittchenbühne ja mit einer relativ kleinen Bühne zu tun – rein räumlich gesehen. Da muss man sehr aufpassen, dass man auch das Stück in diesem Rahmen hält, damit es für das Publikum nicht zu riesig wirkt, nicht explodiert. Und: Ich bemühe mich bei meinen Regiearbeiten immer, die Darsteller glaubwürdig agieren zu lassen, ehrlich zu spielen. Diese Ehrlichkeit ist mir ganz wichtig – die Ehrlichkeit den Zuschauern gegenüber, aber auch sich selbst gegenüber.

Sehen Sie aktuelle Bezüge von den gezeigten Ereignissen zu unserer Gegenwart?
Der „Katzensteg“ zeigt, wie militärische Auseinandersetzungen zu menschlichen Tragödien führen, was Kriege aus Menschen machen können. Damit könnte man das Stück in jede Zeit setzen, und damit ist es auch in unserer Zeit aktuell. Da muss man nur an den Krieg in Syrien denken und an die Flüchtlingskrise. Ich halte allerdings nichts davon, historische Stücke in der Gegenwart spielen zu lassen, sie zu modernisieren. Denn damit wird man ihnen nicht gerecht. Der „Katzensteg“ auf der Dittchenbühne ist historisch – und durch seine Aussage zugleich auch zeitgenössisch.

Wie sieht denn diese Aussage für Sie aus, die Botschaft, die „Moral“ des Stückes?
Das Stück zeigt, wie leicht der Mensch zu manipulieren ist – und wie kritisch man sein muss, um solchen Manipulationen nicht zum Opfer zu fallen. Ganz speziell in Kriegs- und Krisenzeiten. Glaubt nicht alles, was ihr hört, ruft es uns zu, seid kritisch, seid misstrauisch – und damit ist es höchst aktuell.

Nach der Premiere am Freitag, 26. Februar, 19 Uhr, wird „Der Katzensteg“ noch sieben Mal an der Dittchenbühne, Hermann-Sudermann-Allee 50 in Elmshorn aufgeführt. Die Premieren-Karten kosten 25 Euro. Tickets für die weiteren Vorstellungen sind für 15 Euro zu haben. Tickets gibt es im Büro des „Forum Baltikum – Dittchenbühne“ unter Telefon 04121-89710 oder per E-Mail unter buero@dittchenbuehne.de. Hier die weiteren Termine: Sonntag, 28. Februar, 16 Uhr; Sonntag, 6. März, 16 Uhr; Sonntag, 13. März, 16 Uhr; Sonntag, 20. März, 16 Uhr; Sonntag, 17. April, 16 Uhr; Sonntag, 24. April,16 Uhr; Freitag, 29. April, 20 Uhr.
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