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007 – Mit der Lizenz zum Begeistern : Premiere der James-Bond-Show der Bismarckschule

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Am Ende gab es vom Publikum stehende Ovationen. Auf der Bühne macht Bond seinem Ruf alle Ehre.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 16:06 Uhr

Elmshorn | Die echten Fans sitzen ganz vorne, in den ersten Reihen. Lars Cords und sein Freund Ullo Grimm haben sich für die Premiere der James-Bond-Musical-Show der Bismarckschule in einen Smoking geworfen. „Wir haben jeden Film gesehen und können alle Zitate mitsprechen“, erzählt Lars Cords, der mit der Regisseurin Cornelia Cords verheiratet ist, und zeigt die Spielzeug-Pistole, die in einem Holster unter seiner Smokingjacke steckt.

Auf der Bühne macht der „echte“ Bond (Tim Hinz und Jan Kamarski) derweil seinem Ruf alle Ehre. Da wird geflirtet, getrunken, gekämpft und ganz nebenbei die Welt gerettet – alles natürlich völlig cool und mit den passenden Sprüchen. Deshalb erkennen Bond-Fans in jeder Szene Anspielungen an das große Vorbild wieder – oder wie es Miss Moneypenny gleich in der zweiten Szene ausdrückt: „Schöne Worte von der guten alten Bond-Platte.“

Da verabschiedet sich der berühmteste Agent ihrer Majestät von seinem Date mit dem Spruch „Tut mir leid, Honey. England ruft“ und der Tüftler „Q“ präsentiert ihm einen Röntgen-Fotoapparat, mit dem Bond natürlich nichts besseres zu tun einfällt, als als erstes die attraktiven Assistentinnen abzuchecken. Dem Bösewicht im weißen Anzug und mit Frettchen auf dem Arm ist die Welt nicht genug und bevor Bond nach den fünf sexy Kämpferinnen der Frauen-Armee auch den Endgegner ausschaltet, zieht er erst einmal in aller Ruhe sein Sakko aus und krempelt sorgfältig seine Hemdärmel hoch. Und natürlich landet Bond mit jeder Frau die auftaucht im Bett – selbst die attraktive Mitfahrgelegenheit mit dem französischen Akzent, die Bond ursprünglich nur mitnimmt, um dem MI6 Kosten zu sparen und die am Ende die einzige Frau ist, die ihn nicht umbringen möchte.

Weil explodierende Hubschrauber und wilde Verfolgungsjagden auf einer Theaterbühne schwierig darzustellen sind, haben sich die Schüler und ihre Regisseure, die Lehrer Cornelia Cords und André Brendemühl, auf die humoristischen Aspekte des Themas konzentriert und die bekannten Charaktere noch ein bisschen mehr überzeichnet als man es aus dem Original kennt – wenn das überhaupt möglich ist. Was nicht bedeutet, dass es nicht auch ausführliche Kampfszenen, eine Autofahrt unter der Beamerleinwand oder die unausweichliche Folterszene geben würde.

Und wie das im Theater immer so ist, verleihen auch diesem Stück erst die Nebendarsteller die richtige Würze. Dieser Meinung sind zumindest die Zuschauer. In der Pause sind sich alle einig: Am besten war der Bösewicht (Nis Petersen) mit seinem irren Lachen und der hohen Fistelstimme. „Das ist einfach super, wie der den Bösewicht gibt“, sagt der 15-jährige Willi. Er ist selbst ist Schüler der Bismarckschule und findet, dass es sogar noch lustiger sei, weil er den Schauspieler persönlich kennt. „Das passt einfach zu dem. Der ist auch wirklich ein bisschen durchgedreht.“ Was in diesem Fall durchaus als Kompliment zu verstehen sein soll.


Das echte 007-Gefühl

Besonders lustig, so ergänzt die 14-jährige Rika, sei außerdem die Bettszene gewesen, bei der ein Liebesengel (Jan Knudsen) genüsslich den Song „Je t’aime“ ins Mikrofon stöhnt. Der Meinung sind scheinbar nicht nur die Schüler, auch Ulrike und Rainer Kasten, fanden diese Szene „besonders lustig“. Außerdem sei das Zusammenspiel zwischen Musik und Schauspiel klasse gewesen.

Was wäre auch eine Musical-Show ohne Musik? Die Big Band, die Show-Band und sechs Sänger sorgten nicht nur mit dem Bond-Thema für das richtige 007-Gefühl, sondern machten es durch ihre innovativen Ideen erst zu etwas wirklich Besonderem. Sowohl in den lauten Momenten, wenn die vier Sängerinnen auf der Bühne etwa mit „Crazy in love“ der Wut des weiblichen Bösewichts Ausdruck verleihen als auch in den leisen Augenblicken, bei Szenenuntermalungen und Soloauftritten. Großen Applaus gab es vom Publikum für Noah Jens Interpretation von Thunderball, der, nur begleitet von Ukulele und Triangel, durch den Publikumsraum wanderte.

Am Ende, als Bond die Welt gerettet und die letzte Frau unglücklich gemacht hat, gibt es langen Applaus und stehende Ovationen aus dem Publikum. Regisseurin Cornelia Cords ist „total stolz“ auf ihre Schüler und Schulleiter Peter Rosteck findet es einfach nur „fantastisch“. Das beste Souvenir aber nimmt Lars Cords in seiner Smoking-Tasche mit nach Hause: Er hat die Eintrittskarte mit der 007.

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