Polo-Turnier mit Champagnerdusche für den Sieger

Heiß her ging es beim Spiel von „Tom Tailor “(dunkle Shirts) gegen „Landrover“.
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Heiß her ging es beim Spiel von „Tom Tailor “(dunkle Shirts) gegen „Landrover“.

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06. Juli 2014, 13:58 Uhr

„War doch kein Tor? War ein Tor!“ Der Kommentator ist sich denn doch sicher. Es ist ja auch nicht so einfach, den Überblick zu behalten, wenn das Spielfeld rund 275 Meter lang und rund 150 Meter breit ist. Außerdem laufen immer mal wieder bis zu neun Pferde durchs Sichtfeld, und der Ball misst gerade mal zehn Zentimeter im Durchmesser. Dass die Teams nach jedem Tor die Spielrichtung tauschen, macht das Ganze für Außenstehende nicht eben übersichtlicher. Aber vielleicht soll Polo ja gar kein leicht zu durchschauender Massensport sein.

Acht Mannschaften mit je vier Spielern kämpften am Wochenende in zwölf Partien auf Gut Aspern um den Bucherer High Goal Cup 2014, benannt nach einem Münchener Uhrenhändler. Am Sonnabendnachmittag verfolgen 100 bis 150 Besucher das Turnier; „Morgen ist mehr los“, sagt die junge Frau an der Kasse: „Dann ist das VIP-Zelt offen und dann gibt es die Siegerehrung, da werden sie sich mit Champagner bespritzen.“

Klar, Polo ist ein teurer Sport; es braucht allein schon mehrere Pferde, die nach jeweils einer Viertelstunde ausgetauscht werden. Ein Spiel umfasst vier dieser Chukkers. In dieser Viertelstunde geben die Tiere alles, sie bewegen sich nur im Galopp vorwärts, balancieren die waghalsigen Manöver ihrer Reiter aus, die mit den 1,30 Meter langen Schlägern auf den Ball zielen, und sie stürzen sich furchtlos ins Getümmel.

„Gastón Maíquez hat gewonnen“, der vierjährige Emiliano kennt sich aus. Sein Vater trainiert in Hamburg Osdorf Polopferde, unter anderem diejenigen des Argentiniers. Der spielt für das Team Tom Tailor I, das gerade Land Rover besiegt hat. Bei denen sitzt der Schauspieler Heino Ferch im Sattel. Weitere Teams heißen Joop/Kalandt oder Lanson, auf der Wiese neben dem Spielfeld stehen nagelneue Autos von Jaguar und Land Rover.

In den Pagodenzelten gibt es Parfüm, Kleider und Betten, auf einem Holzpony dürfen Kinder das Handling eines Poloschlägers ausprobieren. Die Anzeigetafel wird zwar von Hand bedient, aber immerhin prangt darüber die Rolex-Krone. Die Hüpfburg hat ein Landhandel aus einem Nachbardorf gesponsert, es gibt Kaffee für 1,50 Euro und die größte Nachfrage herrscht augenscheinlich bei der leckeren Bratwurst vom Schwenkgrill.

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