Polizeistationen: Sind Sie für die Wiedereröffnung?

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Fragen an die Landtagskandidaten – Heute: Wahlkreis 23 (Uetersen, Wedel, Amt Marsch und Geest)

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22. März 2017, 13:19 Uhr

Am 7. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. In den vier Landtagswahlkreisen des Kreises Pinneberg bewerben sich insgesamt 30 Direktkandidaten um Wählerstimmen. Unsere Zeitung wird in den Wochen bis zur Wahl die Kandidaten und einige ihrer Ansichten zu aktuellen politischen Themen vorstellen. Heute sind die Kandidaten aus dem Wahlkreis 23 (Uetersen, Wedel, Amt Marsch und Geest) an der Reihe.

Barbara Ostmeier (CDU): Für mich ist vor allem wichtig, dass wir schnellstmöglich das Personal der Landespolizei aufstocken, damit die Schutzpolizei wieder verstärkt Präventionsarbeit leisten kann. Das fortschreitende, flächendeckende Schließen von Polizeistationen muss gestoppt werden. Dort wo die Präsenz trotz Personalverstärkung nicht gewährleistet ist, müssen Stationen wieder geöffnet werden.

Thomas Hölck (SPD): Die kleinen Polizeistationen wollen wir nicht wieder öffnen, denn größere Einheiten sind effektiver. Keine Landesregierung hat so viel für die Polizei getan wie die amtierende. Aktuell werden 100 zusätzliche Polizeianwärterinnen und -anwärter ausgebildet. 500 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten werden in den nächsten Jahren eingestellt. Wir haben die Einstiegsbesoldung der Polizisten erhöht, die von CDU/FDP gestrichene Jubiläumszulage wieder eingeführt, Zusatzurlaub für Nachtdienst eingeführt und die Erhöhung der Erschwerniszulage beschlossen.

Sven Olaf Siemens (FDP) Zusätzliche Polizeistationen in der Fläche währen wünschenswert, bedeuten aber zusätzliche Kosten. Dieses Geld sollte besser in zusätzliches Personal investiert werden: In Streifenpolizisten, die per Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß in der Region Präsenz zeigen und dem Bürger als Ansprechpartner dienen.

Kathrin Jasper-Ahlers (Piraten): Wir Piraten setzen uns für eine personelle und sachgerechte Ausstattung der Polizei ein. Dies bedeutet auch, dass Polizeidienststellen erhalten bleiben oder auch wiedereröffnet werden. Denn die Sicherheit der Bürger gewährleisten wir nicht, indem wir etwa die Videoüberwachung ausbauen, sondern wir gewährleisten sie nur durch eine höhere Polizeipräsenz.

Hans-Ewald Mertens (Linke)Gesellschaftliche Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit sind die häufigsten Ursachen für kriminelles Verhalten. Videoüberwachungen dienen lediglich der Strafverfolgung. Straftaten muss man entgegenwirken, bevor sie stattfinden. Dazu brauchen wir die Polizei vor Ort als zuverlässige Ansprechpartner und als sichtbaren Schutz. Dazu gehören selbstverständlich Polizeistationen für den kurzen Weg. Private Sicherheitsdienste mögen in Kaufhäusern ihre Berechtigung haben. Im öffentlichen Raum bleibt es Aufgabe der Polizei!

Bernhard Noack (AfD)Die Zahl der Eigentumsdelikte – vor allem der Wohnungseinbrüche – ist durch reisende Tätergruppierungen in den Landkreisen rund um Hamburg sprunghaft gestiegen. Im Bundesvergleich liegt unser Bundesland mit 401 Bürgern je Polizeibeamten auf einem der unteren Plätze. Deshalb fordert die AfD Schleswig-Holstein für die Landespolizei eine Anhebung der Neueinstellungen um 500 Planstellen jährlich. Da die Ausbildung eines Polizeibeamten drei Jahre dauert, bin ich erst für die Wiedereröffnung von Polizeistationen, wenn deutlich mehr voll ausgebildete Polizisten zur Verfügung stehen.

Kandidat der Grünen in diesem Wahlkreis ist Burkhard Stratmann. Er hat zum Thema Polizeistationen keine Antworten auf die Frage unserer Zeitung geschickt.

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