Elmshorn : Polizei sagt Bahnhof-Szene den Kampf an

Kontrolle  am Holstenplatz im Dezember: Seit Jahren gibt es immer wieder Probleme und Ärger am Elmshorner Bahnhof  und seiner Umgebung. Foto:  Grundt
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Kontrolle am Holstenplatz im Dezember: Seit Jahren gibt es immer wieder Probleme und Ärger am Elmshorner Bahnhof und seiner Umgebung. Foto: Grundt

Betteleien, Diebstähle und Handgreiflichkeiten: Damit sich Reisende am Elmshorner Bahnhof künftig sicherer fühlen können, will die Polizei jetzt härter durchgreifen.

shz.de von
14. März 2012, 07:47 Uhr

Elmshorn | Es ist alles andere als eine Seltenheit in Elmshorn: Auf dem Weg vom Beginn der Unterführung zu den Fahrkartenautomaten stehen Betrunkene, betteln Passanten um Geld an oder wollen ihnen gebrauchte Tageskarten verkaufen. Und manchmal kommt es in dem Tunnel oder seinem Umfeld auch zu Handgreiflichkeiten. Hinzu kämen zahlreiche Diebstähle, Beschaffungskriminalität der Drogenszene sowie Belästigungen der Reisenden, so Staatssekretär Ole Schröder. "Außerdem haben wir mit massiver Gewalt gegen Polizei-Beamte zu tun gehabt", sagte er. Der CDU-Landtagsabgeordnete Michael von Abercron sprach von einer "Angst-Raum Unterführung".
Seit eineinhalb Jahren engagiert sich die Polizei deshalb verstärkt am Bahnhof und zeigt Präsenz. Durchaus mit Erfolg. "Auch gemeinsame Streifen von Bundes- und Landespolizei haben die Sicherheit gesteigert", berichtete Schröder. Dennoch seien die Probleme noch längst nicht gelöst. Schließlich sei Elmshorn mit etwa 13 000 Reisenden täglich einer der am meisten frequentierten Bahnhöfe in Schleswig-Holstein. Ein Problem: Die Bundespolizei hat keine eigenen Räume am Bahnhof, ist auf die Hilfe der Elmshorner Polizei angewiesen. Die Zusammenarbeit klappt zwar bestens, doch auf Dauer, da waren sich alle einig, benötigen die Bundesbeamten ein eigenes Domizil, einen sogenannten Dienstverrichtungsraum. Dieser Dienstverichtungsraum ist vergleichbar mit der Elmshorner Stadtwache in der Innenstadt. Abercron hofft, dass noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden wird. Denn dann könne die Anwesenheit der Polizei vor Ort weiter verbessert werden.
Präsenz aufrecht erhalten und erhöhen
Mittelfristig setzen die vier Gesprächspartner auf ein eigenes Revier der Bundespolizei in Elmshorn, und zwar direkt am Bahnhof. "Wenn der Umbau des Bahnhofs kommen sollte, müsste das mit in die Planung rein", sagte Hermann Oncken von der Bundespolizei. Die Polizei sei bereits mit der Bahn im Gespräch. Bundespolizeikräfte, die für die Grenzsicherung nicht mehr benötigt würden, könnten dafür umgesetzt werden, sagte Schröder. Benötigte Mittel müsste der Bund bereitstellen. Dafür werde er sich einsetzen, versprach der Staatssekretär.
Darüber, dass Elmshorn der richtige Standort für ein Bahnpolizei-Revier sei, herrschte Einigkeit: Die polizeiliche Lage mache das notwendig. 30 bis 35 Polizeikräfte würden in diesem Revier für Sicherheit und Ordnung am Bahnhof sorgen. Sie wären ebenfalls für die Bahnhöfe in Pinneberg und Wedel zuständig. Auch wenn Polizei und Politik diese Pläne unterstützen, wird eine mögliche Realisierung noch einige Zeit dauern. Zum rechtsfreien Raum wird der Bahnhof dennoch nicht verkommen. "Wir werden die Präsenz, die wir jetzt vor Ort haben, auf jeden Fall aufrecht erhalten und versuchen, sie zu erhöhen", sagte Oncken.

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