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Polizei: Flüchtlinge stellen kein Problem dar

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 16:00 Uhr

„Die Flüchtlinge sind absolut unauffällig.“ Thorsten Buchwitz, der Leiter des Elmshorner Polizeireviers, stellte jetzt im Polizeibeirat klar, dass die Neuankömmlinge in der Stadt aus polizeilicher Sicht kein Problem darstellen: „Ein Vergleich mit Köln oder Hamburg verbietet sich.“

In Elmshorn seien die Flüchtlinge in der Kriminalitätsstatistik sogar eher unterproportional vertreten. Warum Buchwitz das vor dem Polizeibeirat, einem Untergremium des Elmshorner Hauptausschusses, betonte, das illustrierte dessen Mitglied Monika Czemper (SPD). Ihr Portemonnaie sei abhanden gekommen, und in ihrem Bekanntenkreis und sogar in ihrer Familie habe sie als Reaktion immer wieder den Verweis auf die Flüchtlinge gehört. Czemper zeigte sich empört.

Buchwitz kennt die Vorbehalte und nannte Beispiele, wie harmlos sich manche Situationen erklären lassen. 10 bis 15 junge Erwachsene mit südländischem Aussehen sammeln sich nachts – was haben die vor? Zum Beispiel haben sie einen WLAN-Spot gefunden und telefonieren jetzt mit ihrer alten Heimat. Oder am Bahnhof tauchen plötzlich mehrere Südländer auf – etwa, weil sie vom Zug in den Bus umsteigen, um sich bei der Kreisverwaltung zu melden.

„Der Schlüssel ist die dezentrale Unterbringung“, lobte Buchwitz das Unterbringungskonzept der Stadt. Dass in Schleswig-Holstein Polizeistationen direkt in den Aufnahmeeinrichtungen untergebracht wurden, sieht Buchwitz ebenfalls als „richtigen Weg“.

Dass die Flüchtlinge für die Polizei Arbeit bedeuten, machte der Revierleiter auch klar. Die Beamten müssen sich beispielsweise kümmern, wenn in einer Samstagnacht plötzlich mangels anderer offizieller Anlaufstellen mehrere von ihnen vor der Tür des Reviers stehen. „Es ist nicht wirklich schwierig, aber eine zusätzliche Aufgabe“, skizzierte Buchwitz die Dimension.

Der Polizist warb sogar für Verständnis bei strafbarem Fehlverhalten. Beispiel „Erschleichen von Leistungen“, vulgo schwarzfahren: „Können Sie am Automaten eine Fahrkarte kaufen?“, fragte er in die Runde und wies darauf hin, dass die Bedienung des Apparats für einen Bürgerkriegsflüchtling aus Syrien noch komplizierter sei.

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