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„Es geht ziemlich an die Nieren“ : Polizei ermittelt nach Tod von Trabrennpferd in Horst

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Polizei ermittelt nach Tod von Trabrennpferd. Straftaten auf dem Hof von Klaus tho Seeth häufen sich. Schon drei Mal Feuer gelegt.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Horst | Mehr als ein Vierteljahrhundert lebt und arbeitet Klaus tho Seeth (65) auf seinem Hof in Horst-Hahnenkamp. Probleme gab es für den – jetzt bald ehemaligen – Züchter und Trainer von Trabrennpferden nie. Allenfalls waren mal Jugendliche zu hören, die mit dem Fahrrad den Buschweg als Abkürzung zwischen Elmshorn und Kiebitzreihe nahmen.

Diese Ruhe ist inzwischen Geschichte. Zwei Mal sind in den vergangenen beiden Monaten Heurundballen auf der Weide neben dem Hof in Flammen aufgegangen, ein Pkw auf der Zuwegung hat ebenfalls gebrannt. „Da hat jemand immer zur gleichen Uhrzeit gezündelt“, sagt tho Seeth.

Und jetzt der Tod eines Trabrennpferdes. Das zehrt an den Nerven – vor allem, weil auch die Enkelkinder, die mit auf dem Hof leben, alles mitbekommen haben. Verzagen mag Klaus tho Seeth trotzdem nicht. „Wir müssen weitermachen, obwohl es ziemlich an die Nieren geht“, sagte der Landwirt, der selbst ein passionierter Trabrennfahrer war und als Höhepunkt seiner Amateurkarriere 2005 Europameister geworden war.

Einen Zusammenhang zwischen den Taten mag tho Seeth nicht herstellen. Dafür sind die Uhrzeiten zu unterschiedlich. Die Brände waren alle gegen 3.30 Uhr bemerkt worden, die aktuelle Tat am späten Mittwochvormittag.

Geschehen bei Tageslicht

Ein Rätsel ist den Hofbesitzern, wie so eine Tat bei Tageslicht passieren konnte. Eigentlich, so erzählen sie, seien die Nachbarn immer sehr aufmerksam. „Sie rufen oft an, wenn jemand auf der Koppel ist“, so tho Seeth.

Tho Seeth war gegen 11 Uhr zur Weide gegangen, nachdem es auf dem Hof einen kurzfristigen Stromausfall gegeben hatte. „Ich habe einmal alles abgesucht“, sagte er. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung. Kurz darauf entdeckte er den sechs Jahre alten Wallach, der mit einer Schnittwunde wie benommen an einem Pfahl stand. „Zuerst hatte ich noch gedacht, er hätte einen Schlag abgekriegt“, schilderte tho Seeth seine ersten Gedanken.

Doch einen Kampf mit einem der anderen fünf ebenfalls auf dieser Wiese weidenden Pferde konnte er schnell ausschließen. Auch dass sich das Pferd an einem Zaunpfahl verletzt hat, hält er für ausgeschlossen. Tho Seeth hatte extra noch einige befreundete Jäger zu Rate gezogen. „Wir sind den gesamten Zaun abgegangen, da ist nichts“, sagte er.

Wegen der Schwere der Verletzung musste ein Tierarzt den Wallach einschläfern. Auf Anraten der Jäger erstattete tho Seeth schließlich auch Anzeige. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Missachtung des Strafgesetzbuches. Sie sucht nun nach möglichen Zeugen.

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