Elmshorn : Politiker und Rathaus-Mitarbeiter mit dem Fahrrad auf Brückenschau

Hatten Spaß am flotten Sitzungsverlauf unter freiem Frühlingshimmel: Der Ausschussvorsitzende Immo Neufeldt und sein Mitstreiter Andreas Hahn (rechts) treten als Christdemokraten auf dem Adenauerdamm besonders kräftig in die Pedalen – dicht gefolgt von Ausschussmitgliedern der SPD und FDP. Im Hintergrund die Brückengutachter.
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Hatten Spaß am flotten Sitzungsverlauf unter freiem Frühlingshimmel: Der Ausschussvorsitzende Immo Neufeldt und sein Mitstreiter Andreas Hahn (rechts) treten als Christdemokraten auf dem Adenauerdamm besonders kräftig in die Pedalen – dicht gefolgt von Ausschussmitgliedern der SPD und FDP. Im Hintergrund die Brückengutachter.

Sportliche Studienfahrt durch die Stadt. Gutes Omen für das Stadtradeln 2015 im Juni?

shz.de von
09. Mai 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Sie sind für die Straßen und Wege in Elmshorn zuständig – und sie machten sich diesmal mit dem Fahrrad auf den Weg: Die Mitglieder des städtischen Ausschusses für kommunale Dienstleister. Dabei war nicht der Weg das Ziel, vielmehr lagen die Ziele am Weg. Es galt die maroden Holzbrücken in Elmshorn in Augenschein zu nehmen. Auch Gutachter und Verwaltungsmitarbeiter scheuten die sportliche Studienfahrt nicht, sogar Petra Langefeld trat gekonnt in die Pedalen, obwohl sich die Leiterin des Amtes für Flächenmanagement im Auto deutlich wohler fühlt als auf dem Fahrrad.

Start der Brückentour war die Fußgängerquerung über die Bahn im Stadtteil Hainholz, Endpunkt die Brücken und die Steganlage im Steindammwiesenpark. Eine Zwischenstation galt der sogenannten Entenbrücke im Stadtteil Langelohe. Im Quartier Am Fischteich stellt diese Holzbrücke – eine von insgesamt acht maroden Holzkonstruktionen im Stadtgebiet – eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Langelohe/Innenstadt und Klinikum/Altenheim/Hospiz dar. Deren Besucher nutzen die Querung auch gern für einen Rundgang, während die Bewohner der Fischteich-Siedlung hier einen fußläufigen Weg durch die Natur zu den Einkaufsmöglichkeiten an der Köllner Chaussee und der Hamburger Straße finden.

Gutachter Thomas Iwers zeigte den radelnden Politikern und Rathausmitarbeitern, was an der Konstruktion faul ist und warum die Verwaltung mittelfristig einen Ersatz aus Aluminium vorschlägt. Die anwesenden Politiker sprachen sich – unabhängig von einer noch ausstehenden Beratung und Beschlussfassung in den Fraktionen – erst einmal für den Erhalt der Brücke aus. Ein Ersatzbau steht in der Prioritätenliste an letzter Stelle und ist bislang für 2018 avisiert. Grob geschätzte Kosten: knapp 280.000 Euro.

Am günstigsten ist ein Ersatzbau für die kleine Brücke im Verlauf des Krückauwanderwegs im Krückaupark beim Wasserwerk mit etwa 47.000 Euro. Dieses Bauwerk soll nach Auffassung der Politiker auf jeden Fall Bestand haben.

Soll möglichst erhalten bleiben: Die sogenannte Entenbrücke im Quartier Am Fischteich. Die Holzkonstruktion wird als eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich des Klinikums gesehen. Gutachter Thomas Iwers (l.) informierte vor der Brücke die Ausschussmitglieder und Bürgermeister Volker Hatje auf der Brücke (vierter v. l.). (Foto: C. Petersen)
Soll möglichst erhalten bleiben: Die sogenannte Entenbrücke im Quartier Am Fischteich. Die Holzkonstruktion wird als eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich des Klinikums gesehen. Gutachter Thomas Iwers (l.) informierte vor der Brücke die Ausschussmitglieder und Bürgermeister Volker Hatje auf der Brücke (vierter v. l.). (Foto: C. Petersen)
 

Eine Erneuerung der vier kaputten Holzbrücken im Steindammpark (ohne Steganlage) kostet die Stadt voraussichtlich fast 500.000 Euro. Auch in diesem Fall wollen die Politiker noch beraten, ob nicht auf das eine oder andere Bauwerk in Zukunft verzichtet werden kann.

Dass der städtische Ausschuss für kommunale Dienstleister genauso wie bereits der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Fahrrad unterwegs war, könnte übrigens ein gutes Omen für das Stadtradeln 2015 in Elmshorn sein: Während die Stadt insgesamt bei dem bundesweiten Wettbewerb für Klimaschutz und mehr Fahrradfreundlichkeit beachtlich gute Platzierungen erreichte, belegte Elmshorn in der Kategorie „ Fahrradaktivstes Kommunalparlament“ in den vergangenen Jahren nur wenig rühmliche Ränge. Das könnte sich diesmal (7. bis 27. Juni) ändern, zumal bei diesem Projekt die grob geschätzten Investitionskosten für die Stadt gegen null gehen.

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